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Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Existenzgründung als Bürodienstleister

28. April 2012 verfasst von Astrid Radtke

Auf den ersten Blick sieht es einfach aus:
Die Investitionen scheinen sehr gering, denn ein PC, ein Schreibtisch sowie ein Bürostuhl im Arbeitszimmer, ein Telefon – zusammen = Home-Office – reichen scheinbar für eine Gründung im Bereich Dienstleistungen rund ums Büro. Das hat zur Folge, dass sich im Bereich Büroservice und Bürodienstleistung sowie in allen Bereichen rund um PC, Internet und Webdesign viele selbstständig machen. Sie möchten so oft einer drohenden Arbeitslosigkeit entgegen wirken.

Die Startphase

Die Voraussetzungen für eine Existenzgründung innerhalb des weiten Feldes der Bürodienstleistungen müssen jedoch genauso geprüft werden, wie jede andere Idee zur Existenzgründung auch. Im Folgenden möchte ich  nur ein paar Punkte herausgreifen:

Persönlichkeit kritisch prüfen

Die Selbstständigkeit ist auch mit psychischen Belastungen verbunden.

  • Unsicheres Einkommen
  • suchen nach neuen Kunden über einen längeren Zeitraum
  • finanzielle Engpässe
  • wenig Freizeit

können zur nervlichen Belastungsprobe werden.

Gesundheitliche Probleme müssen beherrschbar sein, denn häufige Ausfälle durch Krankheit kann sich ein Selbstständiger nicht leisten. Die Kunden brauchen den Service einer Bürodienstleistung zuverlässig und schnell abrufbar.

Vorhandene Kenntnisse kontrollieren

Reichen die Kenntnisse, die während des Berufes erworben wurden für eine Selbstständigkeit aus? Müssen Kenntnisse vertieft werden? Fortlaufende Weiterentwicklung und die damit notwendige Beherrschung  gängiger Software muss zeitliche eingeplant werden. Erwerben von Zusatzkenntnissen kann der Dienstleistung durch Spezialisierung mehr Gewicht verleihen. Dies gilt ganz besonders für den engen Markt rund um die Bürodienstleistung.

Marktanalyse durchführen

Für eine klare Positionierung auf dem Markt, geht es darum, zu erkennen

  • Welche Bereiche deckt der Wettbewerb ab
  • Wo werden die Mitbewerber gefunden?
  • Wie viele gibt es? Geht der Gründungswillige die Branchenbücher im Internet durch, sind es im Bereich Büroservice allein in Baden-Württemberg über 1.500 Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
  • Welche Dienstleistungen werden hier besonders häufig angeboten?
  • Wie stellen sich Mitbewerber dar?
  • Was lässt sich aus dieser Darstellung lernen?

Eine objektive Betrachtung des Wettbewerbs trägt bei der Marktanalyse dazu bei, den eigenen Standort in Bezug auf Fähigkeiten genauer zu bestimmen.

Qualität der Dienstleistung verdeutlichen

Um die besonderen Vorzüge des eigenen Services gegenüber einer Vielzahl von Mitbewerbern hervorzuheben, sollte als erstes das eigene Angebot klar strukturiert sein. Eine Beschreibung des Werdegangs mit Fort- und Weiterbildung kann genau die Lücke füllen, die ein potentieller Kunde sucht. Dabei ist es von Vorteil, eigene Schwerpunkte herauszustellen. Auch die Darstellung, das Bild, welches nach außen vermittelt wird, hilft ein eigenes Image aufzubauen. Eine professionelle Darstellung mit Hilfe von Fachleuten kann dies durch gut gestaltete Visitenkarten und eine professionelle Internetpräsenz unterstreichen.

Service und Kundenfreundlichkeit

Ein Alleinstellungsmerkmal für einen Bereich innerhalb des Bürodienstes zu finden, ist kaum möglich. Deshalb sollten zusätzliche Serviceangebote in Betracht gezogen werden. So kann ein Büroservice auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten erreichbar sein. Das sind oft Zeiten, in denen sich ein Kleinbetrieb um allgemeine Bürotätigkeiten kümmern kann. In Ausnahmefällen kann der Dienstleister hier noch am Abend oder am Wochenende als kompetenter Ansprechpartner abrufbereit sein. Eine eigene „Stellenbeschreibung“  kann das gesamte mögliche Tätigkeitsfeld beschreiben. Das bietet eine Basis als Vergleich für ähnliche Angebote.

Bedarf an Startkapital ermitteln

Das Equipement muss den neuesten technischen Standards entsprechen. Besonders wichtig ist dabei, alle Sicherheitsvorschriften rund um den PC einzuhalten. Dazu kommt das Erscheinungsbild, das den potentiellen Kunden aufmerksam machen soll. Neben Visitenkarte und Flyer ist auch eine Visitenkarte im Internet – die Website – erforderlich.

Nicht zuletzt sollte über Kommunikationswege, Geschäftszeiten und die Erreichbarkeit nachgedacht werden. Ein Handy allein wird vielfach noch nicht akzeptiert, denn für den Anrufenden sind entstehende Kosten unklar.

Businessplan

Erst jetzt kann mit der Erstellung eines individuellen Businessplans begonnen werden. Denn es ist ganz wichtig, diesen Businessplan individuell an die persönlichen Gegebenheiten anzupassen und keinen vorgefertigten Businessplan aus dem Internet zu laden.

Hier finden Sie weitere Beiträge zur Existenzgründung.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

4 Kommentare zu “Existenzgründung als Bürodienstleister”

  1. Letzte Woche hatte ich einen Anruf von einer Dame auf meiner Mailbox. Sie sei sich nicht sicher welche Stundensätze sie verlangen könne und ob ich ihr weiterhelfen könnte. Ich schrieb ihr eine E-Mail mit ein paar Tipps und Links. Daraufhin rief sie mich an und was ich da hörte fand ich einfach erschlagend: Das Fachgebiet, das sie in vielen Jahren abgedeckt hatte, war offensichtlich nicht das Richtige für sie – sie beschwerte sich nur über die Praktiken potentieller Auftraggeber aus Ihrem Fachbereich und wirkte total unzufrieden.

    Auf diesem Boden eine selbständige Existenz aufzubauen halte ich für unmöglich – Interesse an der Arbeit und Spaß am Aufgabengebiet gehören meines Erachtens schon dazu um die Hürden einer Existenzgründung meistern zu können.

    Lassen Sie sich nicht drängen, sich auf die Schnelle selbstständig zu machen wenn Sie das gar nicht möchten und / oder nicht wissen was Sie eigentlich tun möchten. Nehmen Sie Hilfen in Anspruch, die es kostenlos oder für wenig Geld gibt. Und: Lassen Sie sich genügend Zeit!

    In diesem Sinne „Frohes Schaffen“
    Gabriele Knapp
    http://www.officeservice-knapp.de

  2. Den lobenden Worten von Frau Schweiker zu dem Artikel und die Erinnerung alles gut zu durchdenken und vorzubereiten kann ich mich nur anschliessen.
    In der Vorbereitung, dem Businessplan sollten unbedingt verschiedene Szenarien durchgespielt werden. Von optimistisch bis zu pessimistischen Annahmen. Das was vorher gedanklich erfasst wurde, kann dann später im Bedarfsfall auch abgerufen werden.
    Ein Wort noch zu dem Businessplan: Hier sollte unbedingt die eigene individuelle Handschrift, die eigenen Gedanken, die Originalität und die realistische Machbarkeit des Vorhabens erkennbar sein. Pläne „von der Stange“ taugen nicht viel.
    Ergänzend zum Link im Artikel noch ein weiterer Link:
    http://www.softwarepaket.de
    Beste Grüsse und gutes gelingen
    Norbert Schenzle
    Mitglied im Verbund beratender Unternehmer e.V. -VBU-
    http://www.vbu-berater.de

  3. Ein toller Artikel, den man auch gut auf andere Branchen übertragen kann. Du sprichst hier von vielen „Kleinigkeiten“, die die SelbstSTÄNDIGKEIT nachher ausmachen können. Nicht nur eine gute Idee muss da sein, sie muss auch gut vorbereitet und überdacht werden.

    Viele Grüße
    Katja

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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