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Interkultureller Austausch

In der globalen Welt spielen Entfernungen kaum noch eine Rolle. Digital ist jeder mit jedem schnell verbunden. Aber auch der persönliche Kontakt ist einfacher geworden und ermöglicht eine persönliche Kommunikation. Dabei kommt der Kontakt zu teilweise sehr unterschiedlichen Kulturkreisen zustande. Richtiger interkultureller Austausch ist ein wesentlicher Faktor einer internationalen Geschäftsbeziehung.

Interkultureller Austausch verbessert die Geschäftsbeziehung

In erster Linie scheinen sprachliche Probleme problematisch zu sein. Das gilt selbst dann, wenn die Verhandlungssprache Englisch ist. Kommunikationshürden gibt allerdings nicht nur im sprachlichen Bereich. Grundlagen in der Landessprache können zwar hilfreich sein, aber es sind nicht nur die sprachlichen Hürden. Die Missverständnisse liegen häufig im nonverbalen Bereich der Kommunikation.

Kommunikation der Start für eine Geschäftsbeziehung

Die Kommunikation ist eng an Traditionen und den kulturellen Hintergrund des jeweiligen Landes geknüpft. Je weiter entfernt das Land, desto fremder scheint manche Umgangsform. Die Verwendung von Gesten oder Wörtern kann zu unangenehmen Missverständnissen führen und manche Geschäftsbeziehung ins Wanken bringen.

Dass die asiatische und die arabische Kultur Klippen aufweisen, ist nicht neu. Interkultureller Austauscht zeigt ichtige Punkte auf, die Sie unbedingt vorher klären müssen. Am besten erarbeiten Sie Besonderheiten in Seminaren, bevor der geschäftliche Kontakt z. B. mit China oder Katar zustande kommt. Immer öfter werden heute Muttersprachler in Unternehmen eingesetzt, die mit bestimmten Ländern in häufigem Kontakt stehen oder Kontakte zu diesen Ländern aufbauen möchten. Arabisch gehört neben Russisch und Chinesisch zu den wichtigsten Sprachen. Vor allem bei arabisch hatte ich nicht gewusst, wie weit diese Sprache verbreitet ist: vom Irak, über Ägypten bis Algerien gesprochen wird und in Teilen tiefer nach Afrika hineinreicht.

Kulturelle Unterschiede auch in Europa

Das interkulturelle Training, das für einen Aufenthalt in China oder im arabischen Raum selbstverständlich ist, ist für die europäischen Nachbarn in den seltensten Fällen vorgesehen. Englisch ist Geschäftssprache. Nur noch wenige, wie noch vor rund 25 Jahren üblich, befassen sich neben dem Erlernen der Landessprache mit den Unterschieden in der Geschäftskultur. Allenfalls hier legt man nur auf den fremdsprachlichen Aspekt für eine richtige Wortwahl Wert. Dabei sollte auch in Europa, wie in dem Artikel der ZEIT oben recht ausführlich beschrieben, der kulturelle Hintergrund genauso Beachtung finden wie für die Länder weltweit.

Denn es wird übersehen, dass es bereits in Europa gravierende Unterschiede bei einer Geschäftsabwicklung gibt. Mag es bei England noch verständlich sein, dass der Engländer anders tickt als der Deutsche, wird es bei unserem unmittelbaren Nachbarn Frankreich eher selten berücksichtigt.

Beispiel: Deutschland – Frankreich

Die deutsch-französische Freundschaft ist nicht nur ein fester Bestandteil der europäischen Entwicklung, sie dient auch für viele andere vormals zerstrittene Länder als Vorbild.

Dennoch liegen Mentalitätsunterschiede vor, die schon manches geschäftliche Gemeinschaftsprojekt unliebsam beendet haben. Dabei wird meist angenommen, dass nur die “Leichtigkeit des Seins” beim Franzosen der etwas schwerfälligen Art des Deutschen widerspricht. Die Unterschiede gehen allerdings tiefer und tangieren tatsächlich den Ablauf eines Projekts. So fragt der Franzose eher nach dem Ziel des Projektes, wohingegen der Deutsche den Weg definieren möchte.

Wenn dann Dinge nicht den gewünschten Verlauf nehmen, sieht der Franzose das mit mehr Gelassenheit: C’est la vie.

Unterschiedliche Firmenhierarchien
In Projekten kann ein deutscher Ingenieur Entscheidungen durchaus selber treffen, während in Frankreich Entscheidungen häufig nur eine höhere Ebene treffen darf. Das mag daran liegen, dass bereits in französischen Schulen die Disziplin im Vordergrund steht, die Entscheidungen nicht hinterfragt. Während eine deutsche Führungskraft bemüht ist, Entscheidungen im Konsens mit seinen Mitarbeitern herzustellen, interpretiert diese Vorgehensweise französisches Personal eher als “weich”.

So orientiert sich die französische Kultur, eher an einzelnen Personen, die deutsche Kultur im Allgemeinen an der Sache.

Dass es in anderen Kulturen noch komplizierter wird als im Beispiel Frankreich, zeigt sich schon an der richtigen Art der Begrüßung.

Begrüßungsgesten – kulturelle Unterschiede

Begrüßung hat in erster Linie immer etwas mit Achtung dem anderen gegenüber zu tun. Die Hand ans Herz legen oder eine leichte Verbeugung zeigen dies besonders deutlich. Japan ist bekannt für seine Verbeugungen, deren Dauer bzw. Tiefe dem Respekt entsprechen, die dem Gegenüber entgegengebracht wird.

Das Umlegen eines Schal bei den Buddhisten oder Blumenkränzen auf Hawaii ist eine besondere Form der Begrüßung. Der Alltagsgruß verläuft ohne jegliche Berührung, indem eine Hand das sogenannte “Shaka-Zeichen” macht: Daumen und der kleine Finger sind ausgestreckt und die anderen drei Finger eingeknickt. Anschließend wackelt der Hawaiianer mit der Hand.

Üblich bei uns ist das Händeschütteln. Manche betrachten es als unhöflich, wenn hier in Deutschland jemand den Handschlag verweigert.

Der Handschlag – was steckt dahinter?

Hierbei ist es interessant sich den geschichtlichen Kontext anzusehen. Der Handschlag zeigte bereits bei die alten Griechen und Römern, dass sie keine Waffe in dieser Hand hatten und sollte unterstreichen, dass sie nicht in kriegerischer Absicht gekommen seien.

Ursprünglich wurde der Handschlag genutzt, um Verträge zu besiegeln und damit ist diese Geste weltweit eingesetzt worden. Leider ist inzwischen der Vertragsabschluss per Handschlag nicht mehr üblich. Die Rechtssicherheit erfordert handfeste(!) Verträge. Handfest scheint also nur noch auf dem Papier möglich.

Im westlichen Kulturkreis ist der Handschlag immer noch weit verbreitet. International gilt es hier jedoch auf kleine, aber feine Unterschiede Rücksicht zu nehmen. So warten in Russland und Italien die Männer drauf, dass die Frau zuerst die Hand reicht. Immer mehr Menschen nehmen inzwischen Abstand vom Händedruck, da auf diesem Weg sehr leicht Infektionskrankheiten übertragen werden können. Ich persönlich gebe nicht gern die Hand, denn mancher Händedruck bleibt noch länger haften, als mir lieb ist. Vor Krankheiten fürchte ich mich nicht.

Der Händedruck hinterlässt einen Eindruck

Händedruck ist nicht gleich Händedruck und vermittelt durchaus einen Eindruck zu einer Person. Der “richtige” Händedruck kann durchaus gelernt werden, damit Sie Ihrem Gegenüber einen guten Eindruck vermitteln.

Für den richtigen geschäftsmäßigen Händedruck sollten bestimmte Regeln eingehalten werden:

  • Kurzer kräftiger Händedruck von drei bis vier Sekunden
  • Abstand zum Gegenüber mit leicht angewinkeltem Arm auf ca. 50 cm
  • Augenkontakt
  • Machen Sie Ihren Gesprächspartner darauf aufmerksam, wenn sie sehr kalte oder feuchte Hände haben und überlassen Sie ihm damit die Entscheidung, ob er dennoch auf einem Handschlag besteht.

 
Die Interpretationsmöglichkeiten, was alles beim Händedruck falsch gemacht werden kann und wie das ihr Gesprächspartner deuten könnte, vermeiden Sie, wenn Sie die vier oben genannten Punkte beachten.

Dass muslimische Männer Frauen grundsätzliche keine Hand geben, trifft nicht den Kern, sondern ist situationsbedingt. Aber auch in anderen Ländern ist das Händeschütteln eher unüblich. Küsschen links und rechts beginnt sich bei uns inzwischen einzubürgern Die Süddeutsche Zeitung hat in einer lockeren Bilderfolge Begrüßungsgesten weltweit zusammengestellt.

Wenn Sie beabsichtigen mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, kümmern Sie sich deshalb um die kulturellen Unterschieden im Geschäftsbereich. Ziehen Sie einen muttersprachlichen Spezialisten hinzu. Helfen kann hier eine entsprechend ausgebildete Sekretärin oder ein mobiler Büroservice mit einer muttersprachlichen Spezialistin.

Damit Sie die auch ohne fachliche Beratung die schlimmsten Fehler vermeiden, hilft ein Blick in die Grafik zum internationalen Büroknigge.

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