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Online-Shops und Einzelhandel – wirklich Konkurrenz?

19. April 2017 verfasst von Astrid Radtke

Es ist ja immer wieder die Streitfrage, ob der Online-Handel den Einzelhandel kaputt macht. Dabei hat es den Versandhandel immer schon gegeben und es gibt weiterhin. Da werden nach wie vor Kataloge versandt, um Verbrauchern, die weniger internetaffin sind, den Einkauf von zu Hause aus zu ermöglichen. Der Lieferservice ist der gleiche wie bei Online-Bestellungen.

Das Kaufen über den Versand ist also nicht das Thema. Versandhandel – egal, ob Katalog oder online hat seine Vor- und Nachteile, schon immer.

Vorteile und Nachteile im Versandhandel

Online-Shops sind heute das Synonym für Versandhandel. Im Allgemeinen kommen sie ohne Katalog aus. Meist ist das Angebot überschaubar, weil sich die meisten Online-Shops spezialisiert haben.

Die Vorteile beim Versand liegen klar auf der Hand.
  • Der Einkauf kann zu einer beliebigen Zeit, unabhängig von Wetter und Verkehr getätigt werden sowie von der augenblicklichen gesundheitlichen Verfassung zum Beispiel bei älteren Menschen.
  • Das Angebot ist nahezu allumfassend. Für jeden Wunsch stehen ein oder mehrere Anbieter zur Verfügung.
  • Die Ware wird schnell direkt nach Hause geliefert.
  • Das Zurücksenden unabhängig, ob Umtausch oder nicht gefallen, ist kostenfrei möglich.

 
Vor allem wer weitab von Städten ohne ausreichende Einkaufsmöglichkeiten wohnt, wird den Online-Handel nutzen. Das spart nicht nur Zeit, sondern nützt auch der Umwelt, denn der Paketdienst beliefert mehrere Kunden im Dorf oder in der Umgebung.

Ganz ehrlich, ich blättere manchmal sogar ganz gerne in einem Katalog, um mich zu orientieren, was ich will. Bestellen kann ich anschließend über das Internet und kann mir dort die Ware genauer ansehen. Das Internet bietet eine sehr genaue Detailansicht, die Beschreibung der gewünschten Ware ist übersichtlich. Was ich mir einmal angesehen habe, merkt sich das Programm.

Jede Medaille hat zwei Seiten und so sind mit dem Versandhandel auch Nachteile verbunden.
  • Mit Vergleichen von verschiedenen Anbietern und Preisen geht viel Zeit verloren. Ob sich der Zeitaufwand immer lohnt, um dann doch nur ein paar Cent zu sparen, muss jeder für sich entscheiden.
  • Da sind die vielen verschiedenen Paketdienstleister, die oft sehr unterschiedlich arbeiten.
  • Der Umtausch der Ware ist umständlich, da Sie das Paket an die Umtauschstelle bringen müssen. Sind es bei Hermes Tankstellen, die allgemein gut erreichbar sind, haben die Paketstellen der DHL oft nur beschränkte Parkmöglichkeiten vor allem in Innenstädten. Andere Paketdienste holen die Ware ab, was bedeutet, dass Sie zu Hause sein müssen, was noch umständlicher ist, als die Lieferung abzuwarten.
  • Größen fallen unterschiedlich aus. Die Garantie bei Elektrogeräten wird der Umtausch schwierig, weil man meist nicht den Originalkarton aufgehoben hat und das sichere Verpacken, um die Ware zurückzuschicken, mir persönlich ein Greul ist.
  • Der Einkaufsbummel durch die Stadt, Leute treffen, neue Geschäfte entdecken, eine Tasse Tee oder Kaffee in einem netten Bistro trinken, entfallen.

 

Nach dem Einkauf noch gemütlich sitzen.  © Bürodienste-in

Nach dem Einkauf noch gemütlich sitzen.
© Bürodienste-in

Service und Verfügbarkeit

Ein Argument, das ich immer wieder höre, ist die Verfügbarkeit von Ware in Online-Shops. Hier muss der Einzelhandel noch nachlegen. Denn wenn jemand bestimmte Schuhe haben möchte, die in der Größe nicht vorrätig sind, aber der Kundin lapidar erklärt wird, die gibt es nicht mehr, diese Kundin kurz drauf genau diesen Schuh im Internet in der richtigen Größe findet, ist der Einzelhandel gefordert. Die Klage, dass Kunden erst im Geschäft probieren und anschließend im Internet bestellen, ist in solchen Fällen hausgemacht.

Die Paketlieferung ist eine Schwachstelle im System. Service ist das A und O, um Kunden zu binden. Genau hier liegt das Problem für den Online-Handel. Hier ist Ware zwar vorhanden, aber die Lieferungen schwanken sehr mit dem Logistikunternehmen, das ausliefert. Auch wenn sich im Internet nachverfolgen lässt, wo sich das Paket befindet, wann es genau geliefert wird, ist es nicht bei jedem Lieferservice so deutlich nachvollziehbar wie z B. bei der DHL. Ich konnte beim DPD beobachten, dass mein Paket vier Tage im Auslieferzentrum festlag. Nur hartnäckiges Intervenieren beim Lieferanten brachte das Paket endlich in Bewegung.

Wer keinen Nachbarn hat, der überwiegend zu Hause ist und gern die Pakete von allen Bewohnern im Haus annimmt oder wer seine Pakete sogar in das Büro liefern lassen kann, ist hier auf einen guten Lieferservice angewiesen, der wie DHL auch einen bestimmten Liefertag ermöglicht. Guter Service ist nicht kostenlos zu haben, so dass ein guter Service sich teilweise in den Versandkosten niederschlägt.

Die Mischung macht’s

Online bestellen oder in der Stadt einkaufen? Hier sind auch die Kommunen und Gemeindeverwaltungen gefordert, die ihren Innenstädten die notwendige Atmosphäre verleihen und für eine Vielfalt der Geschäfte sorgen. Spezialgeschäfte mit einem besonderen Warenangebot sorgen für zusätzliche Attraktivität.

Inzwischen gibt es Schnittstellen zwischen Online-Verkauf und Einzelhandel. Logistisch kann so gut wie alles gelöst werden. So geht der Einzelhandel immer mehr dazu über, dass seine Kunden zu Hause bestellen können. Die Ware wird geliefert. Anschließend kann der Kunde verschiedene Größen und Modelle in aller Ruhe zu Hause probieren. Statt die Ware wieder mühselig zu verpacken und zu einem Servicepunkt zu bringen, können Kunden die Ware, die sie nicht haben wollen, in den Laden zurückbringen. Dort können sie sich zudem beraten lassen und sich nach Lust und Laune noch etwas umsehen.

Ich bestelle meine Bücher immer online, werde per E-Mail benachrichtigt, wenn es im Laden ist, sodass ich es abholen kann. Ich könnte mir das Buch auch kostenfrei durch einen Fahrradkurier liefern lassen. Aber ein bisschen Bewegung schadet mir nicht.

Amazon ist nicht das Maß aller Online-shops, vor allem, wenn es sich um kleinere Online-Shops handelt, die eher regional bekannt sind bzw. sich spezialisiert haben. Der kleine Händler muss nur kundenorientierter agieren, um als lokaler Händler erfolgreich zu sein. Das beginnt schon mit dem Seitenaufbau und der Menüführung bis hin zur Bestellung. Wichtig ist, dass der Kunde den Bestellvorgang problemlos abwickeln kann.

Erreichbarkeit und Service haben nichts mit Größe zu tun. Ein kleiner Onlinehändler, der lokal agiert, kann sich dennoch einen großen Kundenstamm aufbauen. Bei uns auf der schwäbischen Alb gibt es viele Spezialitäten, die online versendet werden. Der Vorteil: Geschenke an Freunde können von dort aus bequem versandt werden wie z. B. spezielle Kräutermischungen.

Dauer ab Bezahlung: Ein Tag. Zudem wurde ich detailliert über den Liefervorgang informiert.

Die Sorge, dass der Online-Handel den Einzelhandel kaputt macht, halte ich für unberechtigt. Bei schöner Einkaufsatmosphäre in den der Innenstadt gekoppelt mit gutem Service bis hin zu fachlicher Beratung, können – wie schon immer – beide Kaufmöglichkeiten genutzt werden.

Einkaufen in schöner Atmosphäre © Bürodienste-in

Einkaufen in schöner Atmosphäre
© Bürodienste-in

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

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