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Sprache im Internet: Chat-Kommunikation

3. Oktober 2016 verfasst von Doreen Blask

Die Computer- und Internettechnologie hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und verbreitet. Das Internet wird hauptsächlich zur Abrufung von Informationen und zur Kommunikation genutzt. Elektronische Kommunikationsformen wie E-Mails, Chats und Weblogs setzen sich als alltäglicher Bestandteil durch.
Von der Revolution der Kommunikation durch das Internet und dessen Einfluss auf die traditionellen Kommunikationsformen wird oft gesprochen.

Plaudern im virtuellen Raum – was ich beim Chatten beachten sollte

Beim Chatten (engl. to chat: plaudern) handelt es sich um eine Kommunikationsart am Bildschirm. Die Gesprächspartner sind räumlich voneinander getrennt, und die Konversation erfolgt über die Eingabe von kurzen Botschaften via Tastatur. Das Gespräch verläuft wechselseitig und schriftsprachlich. Die Anonymität beim Chatten prägt oft die Kommunikation. Das Gespräch kann schnell abgebrochen werden, und der Umgangston ist oft rau.

Die Chat-Kommunikation orientiert sich an mündlichen Kommunikationssituationen. So werden typische umgangssprachliche Merkmale schriftlich veranschaulicht. Die gebrauchte Sprache vermittelt einen Eindruck aus Schriftsprache und gesprochener Sprache.

Schriftliche Mündlichkeit in der Chat-Kommunikation

Da die Kommunikanten im Chat bestrebt sind, sich der Schnelligkeit des Mündlichen anzupassen, kommt es häufig zur Kleinschreibung am Anfang, zum Fehlen der Interpunktion, insbesondere von satzfinalen Zeichen, und zu orthografischen Fehlern, die man als Flüchtigkeitsfehler ansehen kann. Die Fehler entstehen, weil die Chatter versuchen, möglichst schnell auf Beiträge anderer zu antworten.

In Analogie zur gesprochenen Sprache treten in erster Linie Tilgungen (nich statt nicht), Assimilationen (wars statt war es) und Reduktionen (sehn statt sehen) auf.

Gestik und Mimik können das Gespräch unterstützen, verdeutlichen und sogar ersetzen. Nonverbale Verhaltensweisen sind jedoch nur in der traditionellen Face-to-Face-Kommunikation vorzufinden. Bei der Chat-Kommunikation fallen diese nonverbalen Aktivitäten des Sprechers fort. Worte vermitteln stattdessen Gefühle. Als Mimikersatz dienen Smileys oder Inflektive (*lach*), die häufig in Sternchen eingefasst werden. Dazu kommt eine Fülle von emotionalen Ausdrücken wie haha, gähn, seufz oder mmmh. Da sich die Chat-Kommunikation durch die Fernanwesenheit der Gesprächspartner auszeichnet, müssen Hervorhebungen im Gespräch, wie Lautstärke und Wichtigkeit des Gesagten, gekennzeichnet werden. Die geschieht z. B. durch Großbuchstaben und die Iteration von Interpunktionszeichen. Durch den Gebrauch sprechsprachlicher und chat-spezifischer Elemente entsteht beim Chatten ein neuer, charakteristischer Schreibstil.

Sprache und Internet – Veränderung der Schriftlichkeit?

Die Kommunikation im Internet hat die Sprache und die Ausdruckform verändert – nicht nur in der Chat-Kommunikation. Deutlich ist das auch in Foren, in denen teilweise ähnliche Sprachmuster vorliegen, wie beim Chatten, das ich hier ausführlich beschrieben habe.

Obwohl das Internet als neues Medium in den letzten Jahren immer populärer wurde, gibt es nur vereinzelt Analysen zur Sprache und Kommunikation im Internet. Dabei ist die Untersuchung der Chat-Kommunikation vor allem in linguistischer Hinsicht sehr interessant. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das besondere Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, sodass sich die Frage stellt, ob eine neue Form von Schriftlichkeit durch das Internet entsteht.

Immerhin wurde herausgefunden, dass Chats nicht zum befürchteten Sprachverfall beitragen, worauf die Zeit in ihrem Artikel „Chats belegen das Gegenteil von Sprachverfall“ hinweist.

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Doreen Blask

Über Doreen Blask:

Doreen Blask arbeitet nebenberuflich als Lektorin, Texterin und Übersetzerin. Geboren 1977 in Rostock, studierte sie Slawistik und Anglistik / Amerikanistik an der Universität Rostock. Während des Studiums hatte sie zudem die Möglichkeit, ein Jahr lang an der Lomonossow-Universität in Moskau zu studieren. Nach dem Studium arbeitete sie als Redakteurin in verschiedenen Zeitungsredaktionen und lehrte Deutsch an einer Moskauer Schule. Später absolvierte sie noch ein Volontariat beim Heinrich Bauer Verlag in Hamburg. Nun ist sie dort angekommen ist, wo es ihr am besten gefällt: am eigenen Schreibtisch. Ihre Ausbildung und Auslandserfahrung bilden die Basis ihrer Sprachkenntnisse und ihres interkulturellen Wissens, vor allem über die Russische Föderation.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
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Dietrich Bonhoeffer

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