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Kugelschreiber & Co: Der Umgang mit dem Büromaterial

12. August 2016 verfasst von Maike Blume

Manche Betriebe achten peinlich genau auf jede Büroklammer, die ihre Angestellten verwenden, während andere freien Zugang zum Materialraum gewähren und gar nicht über den ständigen Schwund an Papierblöcken, Post-It und Kugelschreibern nachdenken. Wo liegt die gesunde Mitte?

Ein einziger Kugelschreiber reicht für die Kündigung

Statistiken zufolge hat jeder vierte deutsche Arbeitnehmer schon einmal etwas aus dem Büro mitgehen lassen. Meist handelt es sich um Kleinteile wie Kugelschreiber, Büroklammern oder ein Blöckchen Post-It-Noten. Die meisten denken sich nichts dabei, doch die Rechtslage ist eindeutig: Schon ein einziger Kugelschreiber reicht als Kündigungsgrund.

Das Gleiche gilt auch für das Anfertigen privater Fotokopien oder das Ausdrucken privater Dokumente, denn Tinte und Papier sind ebenfalls Firmeneigentum. Dies sah beispielsweise das Landesgericht Schleswig-Holstein so, das die rechtmäßige Kündigung einer Bürokraft bestätigte, die am Arbeitsplatz 138 mal private Dokumente ausgedruckt hatte und dafür gefeuert worden war (Az. 3 Sa 61/09). Ihr Verhalten wurde als nachhaltige Störung des Vertrauensverhältnisses gewertet.

Kugelschreiber, der Stift, der gerne "stiften geht" © istock.com/Roel Smart

Kugelschreiber, der Stift, der gerne „stiften geht“
© istock.com/Roel Smart

Arbeitgeber sollten Maß halten

Viele Arbeitgeber wissen selbst nicht genau, wie sie mit diesem Problem umgehen sollen. Wer von der Buchhaltung kistenweise günstige Kugelschreiber bestellen lässt, um sie als Werbegeschenke zu verteilen, kann seinen Mitarbeitern kaum klar machen, warum sie keinen einzigen Kugelschreiber mit nach Hause nehmen dürfen.

Hier sollte ein Auge zugedrückt werden, wenn der eine oder andere Kugelschreiber bei den Mitarbeitern endet und nicht bei Werbekunden. Lässt jedoch ein Mitarbeiter regelmäßig eine ganze Faust voller Kugelschreiber mitgehen, um sie zu Hause an seine Familie zu verteilen, ist dies durchaus eine Abmahnung wert. Ein Tipp: Wird eine größere Menge neuer schöner Kugelschreiber als Werbemittel bestellt, sollte jeder Mitarbeiter einen davon offiziell geschenkt bekommen. Dies mindert die Lust, eines der schönen Exemplare heimlich zu stibitzen.

Ähnlich sieht es beim Drucken aus: Druckt eine Angestellte einmal in der Woche eine Bahnverbindung auf ein Blatt Papier, sollte dies vollkommen in Ordnung sein. Nutzt jemand jedoch den Firmendrucker, um einen 150 Seiten starken E-Ratgeber aus dem Internet zu drucken, werden die Firmenressourcen überstrapaziert.

Klare Kommunikation von Anfang an

Arbeitgeber sollten auf jeden Fall klar Stellung beziehen. Es muss nicht unbedingt im Arbeitsvertrag stehen, sollte neuen Mitarbeitern aber mündlich klar gemacht werden. Ein Aushang im Materialraum und ggf. an einem schwarzen Brett schafft ebenfalls Klarheit darüber, was vom Arbeitgeber erlaubt ist und was nicht. So kann niemand sagen, er habe nichts gewusst, wenn er mit einer Tasche voll Kugelschreiber oder Post-It-Blöcken erwischt wird.

Übrigens: Zum Firmeneigentum gehören neben Büromaterialien auch andere Dinge wie das Toilettenpapier in den WC oder die von der Firma kostenlos angebotenen Teebeutel in der Küche. Wer eine halbe Rolle Toilettenpapier mitnimmt, weil der heimische Vorrat aufgebraucht ist, kann ebenfalls belangt werden.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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