Das Blog rund um Büro und Büroservice

Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


PKV – und jedes Jahr eine Erhöhung

9. Februar 2014 verfasst von Astrid Radtke

Und wieder haben die PKV ihre Beitragssätze kräftig angehoben. Ein Grund meinen Artikel dazu von 2012 gründlich zu überarbeiten. Auch die gesetzlichen Krankenkassen erhöhen jährlich ihre Beitragsbemessungsgrenzen bzw. Bezugsgrößen für Selbstständige, so dass die Beiträge kontinuierlich steigen. Diese Erhöhungen sind aber im Vergleich zu den regelmäßigen Beitragserhöhungen innerhalb der Privaten Anbieter von Krankenversicherungen „verschmerzbar“.

PKV-Beiträge existenzgefährdend

Und jährlich grüßt das Murmeltier: die Privaten Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge drastisch. Das ist vor allem für selbstständige Solounternehmer eine schwer zu stemmende Belastung. Beitragserhöhungen um bis zu 50% können für Selbstständige das „Aus“ der Selbstständigkeit bedeuten.

Es ist mir unverständlich, warum Versicherungen den Ruin ihrer Versicherten in Kauf nehmen. Muss der Selbstständige seine Existenz aufgeben, werden Beiträge vom Steuerzahler im Rahmen von ALO II übernommen, denn selbst da kann er die Private Krankenkasse nicht kündigen.

PKV – Wechsel in GKV fast ausgeschlossen

Wer in einer PKV versichert ist, hat kaum eine Möglichkeit in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Nur wer wieder als Angestellter arbeitet, kann die Private Versicherung verlassen, solange das Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Tarifwechsel innerhalb der PKV

Es bietet sich jedoch innerhalb der PKV den Tarif zu wechseln. Die Altersrücklage geht dabei nicht verloren. Natürlich sind die Kassen von einem Tarifwechsel in einen niedrigeren Tarif nicht begeistert, so dass von dort selten Hilfe zu erwarten ist.

Inzwischen gibt es Online-Hilfen, die die Recherche übernehmen und beratend zur Seite stehen. Kostenfrei ist das sicher nicht, aber bei den teilweise exorbitanten Erhöhungen sicherlich überlegenswert.

Tarifwechsel innerhalb der PKV bringt Ersparnisse – gesetzliche Vorgaben

Ein Tarifwechsel in einen sog. Grundtarif darf entsprechend dem Versicherungsgesetz keinen Einfluss auf die Leistung haben.

Das gilt allerdings nur für ein bestehendes Vertragsverhältnis. Bei einem Wechsel in eine andere PKV muss möglicherweise mit Leistungsabstrichen gerechnet werden. Hier sollte also auch unbedingt Beratung in Anspruch genommen werden.

Als letzter Ausweg bietet sich ein Basistarif an. Der scheint zunächst günstig und soll die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen beinhalten. Trotzdem bleiben viele in diesem Tarif auf bereits bezahlten Rechnungen sitzen.

Einstiegstarife verlockend

Vor allem für jüngere Starter sind die Angebote der privaten Versicherer verlockend. Während sie bei der gesetzlichen Versicherung gleich von Anfang an mit über 200,00 Euro rechnen müssen, können sie zu günstigen Tarifen bei der PKV einsteigen.

Das ändert sich im Laufe der Zeit und mit dem Alter allerdings diametral. Während bei den GKVs, die Beiträge relativ konstant bleiben und sich an (nicht nachvollziehbaren) Bezugsgrößen ausrichten, werden die PKV kontinuierlich erhöht.

Der Beitrag richtet sich nicht am Einkommen aus und kann damit in einem schlechten Geschäftsjahr für einen Einzelunternehmer das „Aus“ für die Selbstständigkeit bedeuten.

Krankenversicherung langfristig planen

Wer sich in Foren informiert, wird zwei scharf getrennte Lager finden. Die einen schwören auf PKV, die anderen auf GKV. Die Informationen der verschiedenen Lager können zwar durchaus hilfreich sein, aber Recherche ist zwingend notwendig. Deshalb muss die Krankenversicherung langfristig geplant werden.

Möglicherweise ist auch eine Mischung sinnvoll. Die Grundversorgung über die GKV absichern und Zahnersatz, Krankentagegeld etc. privat extra versichern.

Bei einem Einzelunternehmen ist es nicht immer sicher, ob im Alter wirklich hohe Versicherungsbeiträge geleistet werden können und ist abhängig von einer Altersversorgung, die auf einem festen Fundament steht. Die Problematik des Einzelunternehmers liegt sicher in einem oft stark schwankendem Einkommen.

Auch bei der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt es Situationen, die zu großen Engpässen führen können. Von der Bezugsgröße gehen grundsätzlich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag weg, die ein Einzelunternehmer allein stemmen muss. Allerdings gehen diese rund 15% nicht wie beim Angestellten und Arbeitgeber von einem realen Einkommen aus, sondern von einer Bezugsgröße. Damit steigen die Kosten für die GKV manchmal bei einem Selbstständigen proportional zum fallenden Einkommen.

Einzelunternehmer haben leider keine Lobby, die helfen würde diese Schieflage endlich zu beseitigen.

Das könnte Sie auch interessieren

 

 

Tags: , , , , , , ,

Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

11 Kommentare zu “PKV – und jedes Jahr eine Erhöhung”

  1. Die PKV ist vor allem für Soloselbstständige eine teure Falle und wird für immer mehr Versicherte zu einem Armutsrisiko
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pkv-armutsrisiko-private-krankenversicherung-a-997665.html

  2. Evgeniya Matthews sagt:

    Danke! Viele Chancen gibt es, denke ich, nicht! Es sind nicht genug Unterschriften da, 50000 wird es bis zum Fristablauf nicht werden. Mal schauen…

  3. Evgeniya Matthews sagt:

    Ja, das stimmt auch. Wissen Sie, ob das Thema von Verbänden der Selbstständigen irgendwie aufgegriffen wird? Mich hat auch Ihr letzter Satz, dass es kein Lobby gibt, das unsere Interessen hier vertritt, ein bisschen beunruhigt 🙂 und ich habe recherchiert. Fand aber nichts…

    • Selbstständigen-Verbände gibt es zersplittert zu fast jeder Branche. Das bedeutet, dass jede vor sich hinwurstelt. Manche Verbände treten überhaupt nicht in Erscheinung und sind nicht mal in einem Verbandsverzeichnis gelistet – wie z. B. auch die Bürodienstleister. Das sind dann oft Kleinstverbände, die über ganz Deutschland mit 50 Leuten verteilt sind. Zudem vermute ich, dass keiner sich zu sagen traut, dass er sich die KV zu den gegebenen Bedingungen nicht leisten kann. Forenbeiträge sind hier schon sehr aufschlussreich.

      Aber jetzt die gute Nachricht: es gibt eine Petition
      https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_01/_15/Petition_48615.nc.html
      Leider ist auch die nicht besonders bekannt.

  4. Vielen Dank für den interessanten Beitrag! Bezugsgrößen bei GKV ist so ein Thema, das ich, ehrlich gesagt, empörend finde. Denn hier könnte der Gesetzgeber eine Vergünstigung für Einzelunternehmen (zumindest in den ersten Jahren) in Betracht ziehen. Sicher stellen wir so wie so nur einen Bruchteil der versicherten der GKV dar.

  5. Wer sich beraten lassen will, kann sich nan einen unabhängigen Versicherungsberater wenden. Dort sollte im Vorfeld die Beratungskosten geklärt werden:
    http://www.versicherungsberaterin.net/wordpress/2014/02/rechtsanwaltsverguetungsgesetz-versicherungsberater/

  6. Andresen sagt:

    Man darf auch nicht vergessen, dass man aus der PKV nicht einfach so zurückwechseln kann. Auf http://www.toptarif24.com gibt res eine Anleitung wie man aus der PKV wieder herauskommt. Am besten ist natürlich man wird wieder Angestellter 😉

    Der PKV Verband (www.pkv.de) rät dazu, dass man sich vorher gut überlegen soll in die PKV zu wechseln, weil ein Wechsel in die GKV danach so gut wie unmöglich ist.

  7. Ein Tarifwechsel innerhalb der PKV ist jedoch erst für Versicherte interessant, die länger als 10 Jahre bei ihrer PKV sind. Bei laufenden Behandlungen ist auf gleichwertigen Versicherungsschutz bei einem Tarifwechsel zu achten.

    • Alendra sagt:

      Tarifwechsel DKVGerade die DKV ist eines der Unternehmen, die einen Tarifwechsel ihrer Versicherten nicht gerade unterstützen. Die wirklich guten Tarife werden erst auf konkrete Nachfrage berechnet. Da sind wir einmal gespannt, ob sich der Saulus hier zum Paulus wandelt.

Schreibe einen Kommentar


„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

Neueste Beiträge

Aktuelle Umfrage

Sind Newsletter noch aktuell? - Zwei Antworten möglich

View Results

Loading ... Loading ...

Nachrichten zum Home-Office

Spiegel Online - Karriere
Ein gebrochenes Bein im Home-Office ist kein Arbeitsunfall

Passwörtern nicht ständig ändern

Seit der Dampfmaschine haben neue Technologien Arbeitsplätze vernichtet und neue sind entstanden

Begrüßung wird in vielen Kulturen unterschiedliche gehandhabt. Der Handschlag ist nicht die Norm.


 
follow us in feedly
 

Anzeige

Hier kann Ihre Anzeige stehen zu
  • Büromaterial
  • Büromöbel
  • Software
  • Seminaren / Workshops
  • u. v. m.

Anzeige

Unwetterwarnungen

Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland
Bürodienstleister in Bayern Bürodienstleister in Baden-Württemberg Bürodienstleister in Rheinland-Pfalz
Share with your friends









Submit