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Selbstausbeutung im Home-Office

26. Januar 2014 verfasst von Astrid Radtke

Im ersten Teil „Home-Office – eine Frage der Disziplin“ , habe ich Beispiele zu Nachlässigkeit und Motivationsmangel im Arbeitsalltag in den eigenen vier Wänden aufgezeigt. Dabei ist Selbstausbeutung ebenso eine Disziplinlosigkeit. Leider wird das oft viel zu spät erkannt.

Im Gegenteil: Halten sich Menschen, die konsequent aber zu viel arbeiten, für besonders diszipliniert.

Multitasking

Gerade das Arbeiten „zu Hause“ verführt zu Multitasking.

  • Betriebliche Aufgaben werden erledigt
  • Hausarbeit wie Waschmaschine füllen oder Geschirrspüler ausräumen laufen „nebenbei“
  • Ansprechpartner für Sorgen und Nöte der Familie, insbesondere der Kindern, aber auch für Freunde wird fast jederzeit ermöglicht

 
Dabei ist inzwischen nachgewiesen, dass Multitasking nur bedingt möglich ist, im Allgemeinen aber zur Verlangsamung der einzelnen Tätigkeiten bis zu Fehlern führt. Studien haben aufgezeigt, wie in einem Zeitartikel steht, dass das das menschliche Gehirn gar nicht leisten kann.

Beruflich irrelevante Anfragen abblocken

Es ist schon im Büro schwierig, Kollegen eine Bitte abzuschlagen, wenn sie nachdrücklich um Hilfe bitten. Viel schwieriger ist es da, die Freundin am Telefon abzuwimmeln, die Kinder auf einen späteren Zeitpunkt zu vertrösten.
Deshalb sollte wie im Büro ein klares „Nein“ erfolgen, wenn Bitten mit diesem Tenor erfolgen

  • “Du bist doch sowieso zu Hause …“
  • “Du kannst das doch schnell mal nebenher …“
  • “Du kannst auch abends am PC arbeiten …“

 
Im Umfeld muss Akzeptanz dafür entstehen, dass der Arbeitsplatz im Home-Office ein vollwertiger Arbeitsplatz ist mit allen Rechten und Pflichten.

  • Die Rechte beinhalten Pausen und Mahlzeiten ohne(!) zusätzliche Tätigkeiten „nebenher“.
  • Die Pflichten beinhalten die Verantwortung einwandfreie Arbeiten abzuliefern, wie es in einem Büro unter „Aufsicht“ eines Vorgesetzten erfolgen würde.

    Jetzt sind Sie Ihr eigener Vorgesetzter und damit in der Pflicht Ihrem Angestellten – also in dem Fall sich selbst – die entsprechende Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Home-Office – ein ganz normaler Arbeitsplatz

Alle, die unmittelbar durch die Tätigkeit im Home-Office betroffen sind, müssen diese Tätigkeit als vollwertige Arbeit akzeptieren lernen. Sie sind eben nicht „zu Hause“, sondern bei der Arbeit, wenn Sie am Schreibtisch bzw. vor dem PC sitzen.

Hier kommen Disziplin und Konsequenz ins Spiel

  • Arbeitszeiten müssen wie Bürozeiten festgelegt sein.
  • Private Telefonate und das Beantworten privater E-Mails erfolgt wie im Büro in den Pausen oder abends „zu Hause“
  • Wer sich nachmittags um Haushalt und Kinder kümmert, muss abends entsprechend Zeit einkalkulieren

 
Das bedeutet straffe Organisation des Alltags und wird oft überfrachtet. Kein Wunder, dass gerade im Home-Office wie bereits im ersten Teil geschrieben Burnout-Symptome auftreten.

Ein eigenes Controlling entwickeln

Das Überfrachten mit Tätigkeiten führt oft zur Selbstausbeutung. Zehn bis zwölf Stundentage, gefüllt mit vollem Programm, sind keine Seltenheit. Vor allem Frauen möchten sich nicht vorwerfen lassen, dass sie etwas vernachlässigen. Der Hang zu Perfektionismus treibt diese Selbstausbeutung auf die Spitze.

Deshalb muss im Vorfeld die Arbeit im Home-Office genauso organisiert werden, wie die Arbeit in einem Büro außerhalb:

  • Kindergarten, Schule Hort mit den Zeiten für berufstätige Mütter.
  • Einkaufen möglichst mit einem Wocheneinkauf mit der ganzen Familie gekoppelt
  • Privates und Berufliches strikt trennen

 
Es liest sich wie selbstverständlich. Wie sich zeigt, sind von dieser Problematik überwiegend Mütter betroffen.

Aber auch Selbstständige haben bei der Umsetzung Probleme. Wer nicht die Disziplin für eine straffe Organisation aufbringt, wird auf Dauer den Arbeitsplatz Home-Office nicht bewältigen können und gibt auf.

Deshalb kann es sinnvoll sein, sich die Zeiten und Dauer für Tätigkeiten aufzuschreiben. Hier wird sich schnell zeigen, dass dieses „mal schnell“ oder „nur kurz“ viel mehr Zeit frisst, als Sie einkalkuliert hatten.

Wer seine Arbeit unterbricht, wird aus der Konzentration gerissen. Eine unterbrochene Arbeit benötigt deshalb wesentlich länger, als ursprünglich dafür geplant war. Das sorgt für Stress und schon sind Sie im Hamsterrad.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

4 Kommentare zu “Selbstausbeutung im Home-Office”

  1. […] Projektorganisation als freiberufliche Bürodienstleistung Selbstausbeutung im Home-Office […]

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jeder Art der Vermassung.
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