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Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Home-Office – der Arbeitsplatz im eigenen Heim

11. Januar 2014 verfasst von Astrid Radtke

Es ist fast jedes Jahr das Gleiche: in einigen Zeitungen erhebt sich der Widerstreit, zu Vorteilen und Nachteilen des Arbeitsplatzes als Home-Office. Diesen Widerstreit kennen viele, die Überlegungen in diese Richtung anstellen. Deshalb habe ich ein paar Punkte zusammengestellt, das Für und Wider abzuwägen.

Die Idee ist nicht neu. Betriebliche Tätigkeiten außerhalb der Gebäude eines Unternehmens im Büro zu Hause auszuüben, wurde zunächst als Telearbeit bezeichnet. Festen Mitarbeitern aber insbesondere Freiberuflern aller Art bedeutet das Büro in den eigenen vier Wänden eine attraktive Möglichkeit der Berufsausübung.

Kundenberatung, Kundenservice, unterschiedlichste Organisationsarbeiten sowie Routineaufgaben lassen sich im Home-Office ohne größeren Aufwand erledigen.

Home-Office: eine Frage der Disziplin?

Das Home-Office steht immer wieder in großem Widerspruch: Idealzustand, eine Frage der Disziplin oder eher keine Alternative. Gerade im Winter erweist sich dieses Home-Office als Idealzustand, wenn die Wetterverhältnisse – egal mit welchem Verkehrsmittel – kein Thema mehr sind. Neben der Unabhängigkeit von Wetter und Verkehrsmitteln erscheint vielen die individuelle Zeiteinteilung ein positiver Aspekt für ein Home-Office. Dabei bietet das Home-Office noch weitere Vorteile

  • kein Zeitverlust durch Anfahrtswege
  • freie Zeiteinteilung
  • individuelle Einrichtung des Arbeitsplatzes
  • kurze Wege
  • bessere Bindung zur Familie

 
Diese Freiheit in der Arbeitsgestaltung überwiegt im Allgemeinen bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz im eigenen Büro zu Hause.
Wer beginnt an seinem Arbeitsplatz zu Hause zu arbeiten, wird über manche Tücke im Homeoffice stolpern.
Vor allem Kollegen fehlen schnell. Das zeigt sich vor allem bei

  • mangelnder Kommunikation
  • fehlendem Erfahrungsaustausch
  • Gemeinsame Aktivitäten
  • Verabredungen nach Feierabend

 
Diese Form der Berufsausübung erfordert zudem eine gewisse Disziplin, um

  • den Tagesablauf sinnvoll zu strukturieren
  • Selbstausbeutung durch einen 10-Stunden-Tag bzw. eine 7-Tage-Woche zu vermeiden
  • das Privatleben nicht vermehrt an den Rand zu drängen
  • auf ausreichende Pausen und regelmäßige Mahlzeiten zu achten

 
Unangenehme Folgen für Familie, Freizeit und Gesundheit sind sonst unausweichlich.

Denkfehler bei den Kosten

Immer wieder sehe ich in Preislisten von Bürodienstleistern, dass die Arbeit im Home-Office zu einem geringeren Stundensatz angeboten wird als der Service vor Ort.

Hier werden bei der Kalkulation einige Zusammenhänge nicht berücksichtigt
  • notwendiges Equipment wie PC, Telefon, Drucker, Kopierer, Fax, Scanner
  • Reparatur, Wartung
  • Bereitstellung von Büromaterial u. a. Papier, Druckerpatronen, Ordner
  • Energie für Strom und Heizung
  • Wasserverbrauch
  • Beschaffen aktueller Software

 
Dies sind genau die Kosten, die der Auftraggeber z. B. durch einen mobilen Büroservice einspart. Deshalb ist die Stunde im Home-Office mindestens genauso viel wert wie die Stunde Dienstleistung vor Ort.

Sinnvolle Alternative

Wer es als Selbstständiger schafft diese Arbeitsform für sich umzusetzen, wird allerdings auch entsprechend Freude daran haben und in erster Linie die gewonnenen Vorteile genießen. Spaß an der Arbeit bringt auf Dauer auch den Erfolg bei der ausgeübten Tätigkeit. Sich über Nachteile wie Selbstdisziplin, keine Ansprechpartner usw. Gedanken zu machen, hilft frühzeitig möglichen „Fallstricken“ entgegenzuwirken. Vor allem das Arbeiten ohne Kollegen bereitet vielen Einzelkämpfern immer wieder Schwierigkeiten. Deshalb sollte frühzeitig über Kooperationen nachgedacht werden.

Nicht zuletzt entzerrt die Büroarbeit zu Hause den Verkehr in die Ballungszentren und ist damit auch ein sinnvoller Beitrag zum Umweltschutz. Wer nicht gerne immer allein arbeitet kann sich nach einem Co-Working-Space in seiner Nähe umsehen. Dort besetht die Möglichkeit nach Bedarf einen Schreibtisch anzumieten.

Arbeitsort variieren

Bürodienstleister haben die Möglichkeit ihre Tätigkeit vor Ort wie im Home-Office anzubieten. So können sie beide Formen für sich nutzen oder ggf. auf einen Co-Working-Space ausweichen.

In Firmen treffen sich die Mitarbeiter, die zu Hause arbeiten immer wieder vor Ort. Die Kommunikation ist persönlicher als über Konferenzschaltung. Lösungen können in der Gemeinscnaft schneller gefunden werden. Nicht zuletzt ist der Mensch ein soziales Wesen, das die Gemeinschaft braucht. Diese Gemeinschaft fördert Kreativität und Leistungsbereitschaft. Hier übernimmt das Büro eine ähnliche Aufgabe wie ein Co-Working-Space.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

10 Kommentare zu “Home-Office – der Arbeitsplatz im eigenen Heim”

  1. […] Home-Office – der Arbeitsplatz im eigenen Heim […]

  2. Wolfgang U. sagt:

    Hallo,
    ich danke aus tiefstem Herzen für diesen Artikel. Auch ich habe mir in mühevoller Kleinarbeit ein Home Office aufgebaut und würde es nie wieder hergeben. Aber über die jahre sind mir auch eine Menge Nachteile entegegengekommen, die man nicht vernachlässigen kann.
    Dennoch rate ich jedem, für den es möglich ist, stückweise den Arbeitsplatz nach Hause zu verlagern. Hier bin ich viel konzentrierter und kann z.B. meine Scanner viel effektiver arbeiten lassen. Außerdem bin ich unabhängig, was im 21. Jhrd. eines der wichtigsten Güter überhaupt ist.
    LG und schöne Weihnachten.

  3. […] Home-Office – der Arbeitsplatz im eigenen Heim […]

  4. Jakob sagt:

    Ein wirklich informativer Artikel!
    Wie sehen denn in etwa die Bewertungskriterien für eine Bürogemeinschaft aus? Also wenn die Gegebenheiten im eigenen Heim einfach nicht optimal sind, oder das ganze technische Equipment zu teuer wird?

  5. Ich möchte nie wieder anders arbeiten als vom Home-office aus!

    Schon während meines Angestelltenverhältnisses habe ich mir gut vorstellen können, viele Schreibtisch-/PC-Arbeiten wirklich von zu hause aus leisten zu können, daber vor knapp 10 Jahren war meinem Arbeitgeber „der Aufwand der Vernetzung“ zu groß und zu umständlich; dieses Privileg kam nur einigen wenigen damals zu Gute.

    Als selbstständige Bürodienstleisterin bin ich natürlich bei meinen Kunden vor Ort, sprich in deren Betriebsstätten und Büros, dort leiste ich aber nur die tatsächliche Büroorganisationsarbeit. Alle konzeptionellen Dinge erledige ich zu Hause, da ich auch das große Glück eines wirklichen Büroraumes zu hause habe (also nicht der berühmte Schreibtisch im Wohnzimmer). In dem Moment, wo ich die Tür zu mache, bin ich weg, dann wird gearbeitet. Und vor allem Gespräche mit Kunden, die aufgrund der Diskretion nicht unbedingt in der Betriebsstätte geführt werden sollen, finden hier statt.

    Die Vorteile als Mutter einer schulpflichtigen Tochter brauche ich hier glaube ich nicht zu erwähnen…

    Von daher: So ist es ideal für mich, meine Familie und meine Kunden!

    Stefanie Röper
    Mobile Bürodienstleistungen, Niedersachsen

  6. Sascha sagt:

    Home Office kann ich mir nur schwer vorstellen, gerade weil der Kontakt zu den Kollegen wegfällt. Da macht die Arbeit doch nur halb so viel Spaß. Ich käme mir wahrscheinlich sehr isoliert vor. Ich glaube vor allem nicht, dass ich konzentrierter wäre. Zuhause lauern doch viel mehr Ablenkungen.

  7. Ich liebe es, im Homeoffice zu arbeiten!

    Allerdings war es anfangs nicht leicht. Unterbrechungen wie „Ach, die Spülmaschine ist noch nicht ausgeräumt!“ oder „Dies müsste ich noch…“ und „Das könnte ich noch..“ haben ziemlich Kraft und Zeit gekostet. Oder ich bin gar nicht mehr vom Arbeitsplatz weggekommen.

    Ein Tipp: Nach der Uhr arbeiten. Ich habe eine Uhr auf dem Arbeitsplatz stehen, bei der ich auch schonmal den Wecker stelle um Zeit zu begrenzen. Außerdem klappt es damit auch, die Arbeitszeiten korrekt aufzuzeichnen und nicht zu schätzen. Seit ich den Wecker habe klappt’s auch eher mit den Pausen.

    Wenn Sie’s nachmachen möchten können Sie auch mal die Pomodoro-Technik, entwickelt von Francesco Cirillo, ausprobieren – Zeitmanagement auf die italineische Art: http://www.pomodorotechnique.com/.

    Es würde mich interessieren was Sie dazu meinen.

    Frohes Schaffen wünscht
    Gabriele Knapp
    http://www.officeservice-knapp.de

  8. Jennifer sagt:

    Kann mich den Vorrednern nur anschließen, für mich überwiegen ebenfalls die Vorteile. Ich finde auch, dass man am Besten nach der Uhr arbeitet, um einen geregelten Tageslauf zu sichern. Sicherlich fehlen mir auch manchmal die netten Unterhaltungen mit den Kollegen, dafür kann ich mich jedoch besser auf die Arbeit konzentrieren, gerade auch weil der Lärmpegel des Großraumbüros wegfällt. Meine Pausen kann ich ebenfalls viel sinnvoller gestalten.

  9. Ich sehe hier nicht unbedingt eine „Trendwende“
    http://www.welt.de/wirtschaft/article123774374/Der-Trend-zum-Home-Office-ist-eine-Illusion.html
    Es dürfte nur die Einsicht entstanden sein, dass zu Hause arbeiten allzu oft als „Nebentätigkeit“ gesehen wurde.
    Meines Erachtens benötigt das Home-Office eine ganz andere Akzeptanz vor allem in persönlichen Umfeld.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
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Dietrich Bonhoeffer

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