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Hochwasser, Hagel – viele kleine Unternehmer betroffen

16. August 2013 verfasst von Astrid Radtke

Die Fluthilfe wird jetzt ausgezahlt, die Schäden, die durch den Hagel entstanden sind, werden erst noch begutachtet. Extreme Wettersituationen werden sich laut Wetterdienst in den nächsten Jahren verstärken. Vor allem kleine Unternehmen sollten deshalb grundsätzliche Überlegungen anstellen, wie sie sich absichern können.

„Jahrhunderthochwasser“ kommen offenbar inzwischen alle fünf Jahre, Hagel mit Geschossen in Golfballgröße werden vor allem im Süden der Republik die Begleiterscheinung von heißen Sommern werden. Schon heute nimmt Deutschland Platz zehn bei Tornados mit bis 60 Tornados ein. Für Unternehmen geht es darum Anlagen, Daten sowie betriebliche Unterlagen zu schützen. Wer meint mit der Cloud wenigstens die Daten in Sicherheit zu haben, wird nach den Enthüllungen zur Spionage diesen Gedanken inzwischen verwerfen.
 

Zerstörte Balkonblumen nach Hagelsturm am 28.07.2013

Zerstörte Balkonblumen nach Hagelsturm am 28.07.2013
© Bürodienste in


Selbst wenn es schmerzlich ist, sind solche Schäden das geringste Problem. Die Natur erholt sich oft erstaunlich schnell.

Weitaus problematischer sind Schäden wie dieser

Hagelschaden an einem Dach

Schaden an einem Dach nach dem Hagelsturm vom 28.07.2013 in Reutlingen – Innenstadt
© Katja Schweiker – ks:mediendesign

Nicht nur eine Frage der richtigen Versicherung

Bei Schaden an IT-Systemen oder Büroeinrichtung dauert die Behebung wesentlich länger. Natürlich ist ein ausreichender Versicherungsschutz das A&O. Dass neben einer Gebäudeversicherung auch die Einrichtung der Büroräume durch die betriebliche Versicherung geschützt ist, ist für die meisten Unternehmer eine Selbstverständlichkeit. Kommt der gleiche Schaden zum wiederholten Mal, kann es sein, dass die Versicherungen kündigen. Versicherungsschutz hat aber auch andere Tücken.

Standortfrage – auch im Haus

Gerade kleinere Unternehmen nutzen gern Kellerräume oder ein ausgebautes Souterrain für IT oder für das Home-Office. Diese Räume sind aber besonders gefährdet bei Starkregen. Neben Hochwasser durch Flussübertretungen, kann Hangwasser oder hochdrückendes Grundwasser diese Räume besonders schnell überfluten. Damit werden die wichtigsten Betriebsunterlagen und Geräte vernichtet.
Andererseits kann ein ausgebautes Dachgeschoss durch Hagel oder Tornado ebenfalls Wasserschäden an der Firmeneinrichtung bewirken.

Schadensregulierung

Inzwischen werden Hochwassergefahrenkarten veröffentlicht. Neben den einzelnen Bundesländern gibt es diese Karten regional für besonders gefährdete Gebiete. Zunehmend reagieren auch Versicherungen immer zurückhaltender. Diese orientieren sich ebenfalls an diesen Hochwassergefahrenkarten.
Vielfach ist eine Versicherung in hochwassergefährdeten Gebieten nicht mehr oder nur zu besonderen Konditionen möglich.

Bebauung

Bei der Planung neuer Firmengebäude oder Erweiterungen sollte das Bauland auf mögliche Gefährdung durch Wetterkapriolen überprüft werden. Dazu gehören auch mögliche Hangrutschungen. Nach dem Hochwasser in Baden-Württemberg musste eine Siedlung an einem Hang evakuiert werden – Rückkehr ungewiss. Für eine Firma wäre so eine Situation sicher das AUS.
Übrigens auch Banken interessieren sich für die Hochwasserkarten, um den Beleihwert eines Grundstücks berechnen zu können.

Verträge überprüfen

Während sich Hochwasser immerhin noch abschätzen lässt, sieht es bei Hagel ganz anders aus. Das gilt vor allem für Glasbruch. Bei Beschädigungen der Dachziegel kommt Wassereinbruch dazu. Vielfach ist Glasbruch in Verträgen ausgeschlossen und wird erst bemerkt, wenn der Schadensfall eintritt. Vor allem bei gemieteten Räumen muss abgeklärt werden, welche Schäden durch den Vermieter gedeckt sind. Wer in Mieträumen zusätzliche Veränderungen vornimmt z. B. Jalousien einbauen lässt, ist dabei manchmal vom Gebäudeschutz ausgeschlossen. Interessant war für mich, dass normale Jalousien wie Schweizer Käse aussahen, Fensterläden dagegen unabhängig ob aus Aluminium oder Holz kaum sichtbare Schäden davontrugen.

In meinem Umfeld haben Autobesitzer festgestellt, dass die Teilkasko z. B. bei einem Versicherungswechsel nicht aktualisiert wurde. Schlimmer noch Kleinunternehmer möchten sich diese Kosten gern sparen. Selbst eine Windschutzscheibe kostet mit Einbau mehrere hundert Euro. Bei einer kaputten Heckscheibe mit einer Heckscheibenheizung sind schnell weit über 1.000,00 Euro fällig. Ganz abgesehen davon, dass mit einem entsprechenden Versicherungsschutz noch andere Schäden am Auto gedeckt sind.

Rücksprache mit dem Vermieter bei angemieteten Büroräumen

Bei angemieteten Räumen sollte unbedingt mit dem Vermieter Rücksprache gehalten werden, welcher Schutz gegen Unwetterschäden getroffen wurde. Die zugesagten Maßnahmen sollten auch belegbar sein. Das trifft vor allem für Gesellschaften zu, die Büroräume vermieten. Es kann durchaus auch Ausschlussklauseln geben, die bisher keine große Rolle spielten.

Ich weiß allerdings nicht, ob bei gewerblich genutztem Wohnraum z. B. durch ein Home-Office zusätzlicher Versicherungsschutz durch den Mieter als Unternehmer geleistet werden muss. Eine Absicherung sollte sich auf alle Fälle an realen Gefahren orientieren und ggf. muss ein Notfallplan erarbeitet werden.

Bei allen Versicherungsangeboten dürfte gerade nach einem Unwetter besondere Vorsicht geboten sein und das Kleingedruckte sollte gründlichst gelesen werden. In Hochwassergebieten, die mehrmals getroffen wurden, werden häufig gar keine Versicherungen mehr angeboten.

Mich würde interessieren, ob Versicherungen inzwischen in bestimmten Gebieten Verträge gekündigt haben oder ob die Beiträge nach der Schadensregulierung drastisch erhöht wurden.

Das ZDF zeigt imn Rahmen von Terra X: Die Macht der Jahreszeiten – positive und negative Entwicklungen

Wer gerne vorausschauen möchte, findet hier Unwetterwarnungen
Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

9 Kommentare zu “Hochwasser, Hagel – viele kleine Unternehmer betroffen”

  1. […] Hochwasser, Hagel – viele kleine Unternehmer betroffen Astrid Radtke (@BD_in) in Bürodienste in:: Die Fluthilfe wird jetzt ausgezahlt, die Schäden, die […]

  2. […] Vorbeugen vor Unwetterschätdn sollten vor allem Unternehmen, die in ausgewiesenen Gefahrenzonen ihre Firma haben. Bei der Absicherung ist einiges zu beachten  […]

  3. Susanne D. sagt:

    “Mich würde interessieren, ob Versicherungen inzwischen in bestimmten Gebieten Verträge gekündigt haben oder ob die Beiträge nach der Schadensregulierung drastisch erhöht wurden.”

    Es gab doch im Osten Deutschlands aus der Zeit der DDR Pflichtversicherungen die Elementarschäden abgedeckt haben…diese blieben nach Ende der DDR gültig und wurden nicht angepasst, waren also sehr günstig.
    Die Allianz hat (im letzten halben Jahr, wenn ich mich recht erinnere) diese Kunden mit einer Änderungskündigung übernommen… man war also gezwungen die höheren Prämien in Kauf zu nehmen oder sich um eine neue Versicherung zu kümmern. Also ja, das gab es…

  4. Wichtig ist, dass aus dem Hagelschaden kein Wasserschaden wird. Da kann es mit dem Versicherungsschutz eng werden, wie dieses Urteil zeigt
    http://www.kostenlose-urteile.de/OLG-Saarbruecken_5-W-4313_Durch-geschmolzenen-Hagel-entstandener-Wasserschaden-ist-kein-Hagelschaden.news18060.htm

    Natürlich ist auch eine ordnungsgemäße Sicherung des Eigentums bei Unwetter wichtig.

  5. Zu den aktuellen Unwetterschäden eine Aufstellung, welche Versicherung zahlt. Dennoch wichtig: Versicherungsverträge einschl. Teilkasko beim Auto überprüfen
    http://www.heute.de/unwetterschaeden-an-haus-und-auto-welche-versicherung-was-zahlt-33551418.html

  6. […] Hochwasser und Hagel – viele kleine Unternehmen betroffen […]

  7. […] Hochwasser, Hagel – viele kleine Unternehmen betroffen […]

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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