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Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Fanpages und Unternehmensseiten sind keine Selbstläufer

9. Juni 2013 verfasst von Astrid Radtke

Die Meldungen geistern durch Medien, dass die Daten aus den sozialen Netzen von Geheimdiensten auf den Servern der großen Anbieter wie Google und Facebook abgegriffen werden. Dabei ist schon längst bekannt, dass die Daten von Usern schon immer irgendwie „verwertet“ werden. Dennoch wird social media gerne genutzt, um eine Unternnehmensseite besser bekannt als „Fanpage“ bei Facebook oder Google plus einzustellen. Sonst soll aber nicht allzuviel preisgegeben werden. Warum in diesem Fall eine Unternehmensseite sinnlos ist, möchte ich Folgenden aufzeigen.

Zielsetzung beim Netzwerken im Internet

Spätestens seit man weiß, dass auch Sony oder der FBI Hackern zum Opfer fielen, dürfte klar sein, das Spiel läuft auch umgekehrt, Hacker von Geheimdiensten machen vor Servern – unabhängig davon, wo sie stehen, nicht Halt.

Dabei halte ich Wirtschaftsspionage für das größere Problem als das Auswerten persönlicher Daten und Kontakte. Deshalb sollte z. B. der E-Mail-Verkehr nach wie vor nur über den PC vor Ort ablaufen. Die vielgepriesenen Clouds bieten für mich keine nachvollziehbare Sicherheit, dass E-Mails nicht für andere Zwecke ausgekundschaftet werden.

Wer sich also in sozialen Netzen bewegt, muss wissen, was er will. Möchte er nach Feierabend einen belanglosen Austausch mit Gleichgesinnten oder möchte er sein Unternehmen vermarkten. Inwieweit möchte er beides verbinden?

Nichts ist „umsonst“

Der Glaube, im Internet gäbe es fast alles kostenlos, ist ein Ammenmärchen, dem immer noch zu viele aufsitzen.
Der Programmieraufwand für Websites im Allgemeinen und für die der sozialen Netze im Besonderen, sind immens. So ist es verständlich, dass versucht wird, diese Kosten auf andere Weise wieder einzuspielen. Für Facebook und Google plus geht das am einfachsten über die verfügbaren Daten ihrer Teilnehmer.

Deshalb sollte sich jeder Teilnehmer im Klaren darüber sein, was er von sich preis gibt. Das gilt nicht nur für private Daten, sondern auch über Links, die er einstellt und Posts in Foren. In Facebook lässt sich das dann auch gleich verfolgen mit den Werbeeinblendungen auf der rechten Seite. Da liegen sie manchmal ganz gewaltig daneben, und es ist für mich amüsant. Manchmal stoße ich aber auch auf Interessantes, das ich durchaus für weiterführende Informationen verwerten kann. Ich betrachte es als ein Spiel auf Gegenseitigkeit.

Selbst bei Xing, das als reines Geschäftsportal gilt und das Profil automatisch die Unternehmensseite darstellt, zeigen die ständigen Kontaktabfragen, dass Daten ausgewertet und für den Vertrieb anderer Unternehmen (aus-)genutzt werden.

Marketing über die Unternehmensseite

Marketing für Unternehmen ist meist eine kostspielige Sache. Mit einer Unternehmensseite kann in den sozialen Netzen ein praktikabler Weg gefunden werden, auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen.

Um diese Unternehmensseite jedoch in Facebook oder Google plus einrichten zu können, benötigen Sie zunächst ein privates Profil. Dieses private Profil ermöglicht Ihnen Kontakte aufzubauen und diese gegebenenfalls für die Unternehmensseite zu interessieren. Das Profil kann so eingerichtet werden, dass nur eine begrenzte Zahl von Teilnehmern die Aktivitäten verfolgen kann und Kontakt aufnehmen kann. Die Unternehmensseite ist immer öffentlich und somit auch für Leser aufrufbar, die nicht auf Facebook oder Google+ angemeldet sind.

Manchmal wird das private Profil ausschließlich als Unternehmensseite verwendet. Das kann sogar bis zur Abmahnung führen, weil jede Unternehmensseite ein Impressum benötigt, welches für das private Profil nicht erstellt werden kann. Zudem ist Werbung auf der privaten Seite untersagt und wird als Schleichwerbung geahndet.

Selbst ein Verein muss eine Unternehmensseite mit einem Impressum einrichten. Das Bundesministerium für Justiz hat hierzeu einen Leitfaden zur Anbieterkennzeichnung herausgegeben.

Denkfehler

Immer wieder sehe ich, dass vor allem Kleinunternehmen wie z. B. auch Büroservice oder Buchhalter nun private Profile erstellen, um eine Unternehmensseite erstellen zu können. Dabei passieren eine Reihe von Fehlern und die Folgen daraus:

  • Das private Profil wird unter einem Pseudonym erstellt.
    Wer die Unternehmensseite über den Klarnamen sucht, findet die Person nicht.
  • Im privaten Profil vernetzt man sich nur mit Verwandten ggf. ganz engen Freunden bzw. Menschen, die man auch offline kennt.
    Neue Kontakte und eine Erweiterung der Bekanntheit des Unternehmens kann nicht statt finden.
  • Aktivitäten werden weitestgehend vermieden, damit man seine „Daten“ schützt und nichts von sich preisgibt.
    Damit bleibt man unsichtbar, das Unternehmen bleibt weitgehend unbekannt.
  • Dem „Like“ wird ein viel zu großes Gewicht beigemessen.
    Aktivtäten führen zu einer höheren Aufrufzahl. Likes unterstreichen diese Aktivitäten allerdings.
  • Alle Kontakte sind „Freunde“.
    Das ist ein hartnäckiges Gerücht, das weder auf Facebook noch auf Google plus zutrifft, sondern sehr differenziert gehandhabt wird. Im Gegenteil es lässt sich sehr genau bestimmen, wer welche Information erhalten soll.
  • Die Unternehmensseite scheint für viele eine permanente Anzeige zu sein, auf der nach Erstellung keine Aktivitäten mehr stattfinden müssen.
    Die Unternehmensseite ist zwar über Suchmaschinen auffindbar, aber nur konsequente und regelmäßige Aktivitäten verleihen ihr Eigendynamik.
  • Es sind keine besonderen Kenntnisse zur Nutzung notwendig, um sich auf Twitter, Facebook oder Google Plus zu bewegen. Die Handhabung wird ständig überarbeitet. Der Umgang muss sicher sein, Fehler werden selten verziehen, z. B. beim Teilen von privaten Bildern.
  • Rechtliche Grundlagen (z. B. Impressum) sind unbekannt. Das kann teuer werden, denn auch auf Facebook ist Abmahnen möglich und nicht alles darf geteilt werden.

 
Wer sich auf den Weg der social media begeben hat, wird nicht umhin können, einen Teil von sich zu offenbaren. Wer das nicht will, muss sich für seine Firma andere Vermarktungsstrategien überlegen. Zudem muss er Zeit aufwenden oder jemanden beauftragen, der die tägliche(!) Pflege seiner Unternehmensseite(n) übernimmt. Der Zeitaufwand wird vielfach unterschätzt.

Wer sich also eine Unternehmensseite eingerichtet hat und sich nicht darum kümmert, hat seine Zeit vergeblich investiert. Da hilft es auch nichts, wenn man sich seine Unternehmensseite von einem Profi einrichten ließ.

Dazu kommt, dass ständig Neuerungen eingeführt werden und die Handhabung geändert wird. Wer nur alle paar Wochen bei seiner eigenen Unternehmensseite vorbeischaut, wähnt sich dann fast bei einem ganz anderen Anbieter 😉

Wie im richtigen Leben: Kontakte müssen gepflegt werden

Nicht nur Geheimdienste können sich ein „Bild“ über den Teilnehmer machen. Auch Beiträge und verlinkte Informationen geben einen Einblick in die Denkweise des jeweiligen Teilnehmers. Da steht indirekt oft mehr als die persönlichen Daten preisgeben können.

Sozial bekommt hier seine tiefe Bedeutung zurück, nämlich in der Gemeinschaft miteinander zu agieren. Der einzige Unterschied, das rausgerutschte Wort ist schnell vergessen, der scharf formulierte Post bleibt. Kaum jemand wird seine ganzen Beiträge durchforsten und Beiträge wieder löschen, wenn sie nach einiger Zeit nicht mehr seiner Meinung oder seinen Emotionen entsprechen.
Deshalb kann man sich im Netz nicht anders benehmen als im richtigen Leben. Kontakte müssen gepflegt werden. Es gibt Menschen, mit denen man sich lieber austauscht bzw. Interessen teilt und andere, denen man vielleicht lieber aus dem Weg geht. Mit diesen Kontakten trifft man sich eben von Zeit zu Zeit in Gruppen.

Wer erst redet bzw. schreibt und anschließend denkt, hat online wie offline ähnliche Probleme. Wer nur abgreift ohne etwas zu geben oder ausschließlich sein Unternehmen anpreist, wird keine Informationen erhalten.

Gründe, die für mich für social media sprechen

Trotz der Unsicherheit, wie meine Daten verwertet werden – unabhängig, ob von Geheimdiensten oder Anbietern – halte ich social media für eine praktische Möglichkeit Kontakte aufzubauen und das eigene Unternehmen bekannt zu machen. Marketing ist vor allem für mich als Einzelunternehmen ein schwieriges Unterfangen und deshalb bin ich froh, hier neue Wege beschreiten zu können.

Um interessante Informationen weitergeben zu können, muss ich sowohl zu meinen persönlichen Interessen wie Umwelt und Wirtschaft sowie beruflichen Interessen Selbstständigkeit, Bürodienstleistung und Bildung, ständig recherchieren. Das hält mich geistig fit und auf dem aktuellsten Stand von Entwicklungen.

Neben meinem Blog kann ich auch auf meine Plattformen hinweisen ohne aufdringlich dafür zu werben. Für die Teilnehmer von „Bürodiensten in:“ ist das Marketing für die Plattformen ein wichtiger Punkt. Sparen sie dadurch tatsächlich etwas Eigeninitiative.

  • Fazit:
    Wer sich also entschließt eine Unternehmensseite einzurichten muss für sich persönlich Vor- und Nachteile abwägen. Eine gewisse Skepsis ist bei allen Aktivitäten im Internet grundsätzlich angebracht. Wichtige und persönliche Dinge sollten nicht einem Server irgendwo auf der Welt einer sog. Cloud anvertraut werden.

 

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

8 Kommentare zu “Fanpages und Unternehmensseiten sind keine Selbstläufer”

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
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den Raum streitig.
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Dietrich Bonhoeffer

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