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Wertarbeit – nicht im Akkord über das Internet

2. Juli 2012 verfasst von Astrid Radtke

Die gute alte Wertarbeit – jeder denkt an langlebige Produkte, die oft noch in Handarbeit hergestellt wurden, zumindest aber ihren letzten Schliff in Handarbeit angelegt bekamen. Wertarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf die Produktion, auch Dienstleister liefern Wertarbeit. Für diese Arbeit gilt das Gleiche, sie ist wertbeständig und hat einen nachhaltigen Nutzen für einen Kunden.

Wert ein Begriff mit mehreren Gesichtern

Wert bedeutet nicht ausschließlich den Geldwert durch Honorarzahlung. Da ist zum einen der Nutzen beim Kunden, zum anderen eine vom Dienstleister erbrachte Leistung.

Der Wert z. B. eines Textes für eine Website oder ein Firmenprofil entspricht der aufgewendeten Zeit, die dahinter steht. Der Nutzen für den Kunden besteht darin, dass seine Seite Interessenten anlockt bzw. Kunden gewinnt. Die Leistung des Texters besteht darin, dass er Firmeninhalte so gut in wenigen Worten erklärt hat, dass diese Interesse wecken. Da können wenige Worte zeitaufwändiger sein als viele.

Leistung ist erarbeitetes Wissen

Hinter jeder Leistung steckt ein in Können umgesetztes Wissen des ausführenden Dienstleisters. Das macht den immateriellen Wert der Leistung aus. Wenn Bürodienstleister unabhängig, ob sie kreative Leistungen wie Texten oder Grafik- bzw. Webdesign erbringen oder für einen effizienten Ablauf im Büro zuständig sind, über Portale rund um „humangrid“ anbieten, müssen sie sich nicht wundern, wenn ihre Leistung verramscht wird und damit praktisch wertlos ist. Wer für seine eigene Leistung keinen Wert vermittelt, dem wird keine Wertschätzung entgegengebracht. Eine echte Wertschätzung drückt sich aber in einem angemessenen Honorar aus.

Würden diese Portale keinen Nachschub für ihre Seiten finden, wären diese Anbieter schnell in der Versenkung verschwunden. Beim Studium solcher Seiten ist vor allem der „Rechenschieber“ hilfreich, denn Angaben von Cents pro Wort sagen nichts über den tatsächlichen Zeitaufwand aus.
Kommen Nachbearbeitungen dazu, ist man schnell bei nur noch bei einem Honorar von 5,00 Euro brutto. Das ist selbst ein schlechter Nebenverdienst.

Im Blog „Internetmarketing-Beobachter“ wird deshalb die Frage gestellt: „Machen sich Clickworker zur Unterschicht im Internet“ . Wenn sie ihre Leistung unter Wert verkaufen, führt das zumindest in prekäre Existenzen.

Andererseits sollten Unternehmen, die schnell eine Aufgabe outsourcen möchten, sich bei Portalen wie „textbroker“, „content.de“ oder „clickworker.com“ oder ähnlichen auch die Honorartabelle – soweit vorhanden – ansehen. Dass für 0,07 Euro pro Wort eher Akkordarbeit gefragt ist und kein firmenspezifischer Text, der das Wesentliche eines Unternehmens zielgruppengerecht aufbereitet, dürfte schnell klar werden. Das gleiche gilt für Arbeiten rund ums SEO (Search Engine Optimizing). Damit könnte eine schnelle Entscheidung langwierigen Ärger nach sich ziehen.

Das Delta mitbezahlen

Für Unternehmen ist es angenehm, wenn nicht lange nach einem Texter, Designer oder Büroservice gesucht werden muss. Sie geben kurz ihre Wünsche an und ein Freelancer übernimmt diese Aufgabe, die nach möglichst kurzer Zeit geliefert wird. Nach Eintreffen der Arbeit wird das vereinbarte Honorar überwiesen.
Nicht alle Portale haben Honorartabellen, die die Honorare transparent machen. Gute Aufmachung und interessante Versprechen sowie die Zusammenarbeit mit namhaften Firmen, lassen diese Seiten in positivem Licht erscheinen.

Ein Vermittler, der Selbstständige aus seinem Freelancer-Bestand vermittelt, nimmt von diesem Selbstständigen indirekt eine Gebühr für das Marketing seiner Seite und die Vermittlung des Auftrages. Dieses Delta zahlt in den meisten Fällen das beauftragende Unternehmen. Den Unternehmen wird allerdings nicht mitgeteilt, welcher Unterschied zwischen dem Stundensatz an das vermittelnde Unternehmen und dem bearbeitenden Dienstleister ist. Dieses Delta ist teilweise immens.

Eine Erfahrungsberichte unter den anbietenden Dienstleistern zeigt schnell, dass sich Aufträge aufgrund von Zeitdruck und strengen Vorgaben nicht zufriedenstellend ausführen lassen, teilweise auch ein geringes Anspruchsniveau erfüllen. Zahlt der Kunde aus Unzufriedenheit nicht, bekommt der Freelancer kein Honorar oder muss entsprechend ohne zusätzliches Honorar nachbessern.

Die Fluktuation von Textern dürfte hier groß sein. Eine kontinuierliche Betreuung für einen Kunden kann so nicht stattfinden. Selbstständig arbeiten, bedeutet unabhängig zu sein und vor allem ist niemand weisungsbefugt. Wer selbstständig ist sollte also unbedingt seine Rechte kennen. Denn es liegt Scheinselbstständigkeit vor, wenn: „1. Weisungsgebundenheit gegenüber dem Arbeitgeber (in zeitlicher, örtlicher, fachlicher Hinsicht)“ gegeben ist. Bei fachlichen und zeitlichen Vorgaben unterliegen diese Freelancer dieser Weisungsgebundenheit.
Unternehmen, die über diese Portale Aufträge vermitteln, ist deshalb kein Vorwurf zu machen. Diese können nicht wissen, zu welchen vertraglichen Bedingungen die Tätigkeit ausgeführt wird. Möglicherweise werden sie sogar im Glauben gelassen, mit gutem Fachpersonal bedient zu werden.

Der direkte Kontakt

Ein direkter Kontakt erleichtert die Kommunikation. Ich erlebe es immer wieder, dass ich angerufen werde, damit ich einen Teilnehmer vermittle. Aber die Plattform ist so gedacht, dass bei ehrlichem Interesse für einen Auftrag – und hierzu gibt es einen ausdrücklichen Hinweis – eine direkte Kontaktaufnahme notwendig ist.

Am sinnvollsten ist es meines Erachtens, wenn Auftraggeber und Auftragnehmer unmittelbar ihr Anliegen und das Procedere direkt miteinander vereinbaren. Der Vorteil eines regionalen Anbieters besteht zusätzlich darin, dass man sich auch persönlich kennen lernen kann und einen Vertrag mit dem obligatorischen Handschlag besiegelt.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

6 Kommentare zu “Wertarbeit – nicht im Akkord über das Internet”

  1. […] Wertarbeit – nicht im Akkord über das Internet […]

  2. […] Wertarbeit nicht im Akkord über das Internet […]

  3. Ich frag mich warum Unternehmer überhaupt solche Arbeiten über solche Plattformen vergeben … für den Preis kann man doch nichts „vernünftiges“ bekommen.

    Dabei muss man sich einfach nur hier, bei Xing, dasauge.de oder im Dunstkreis mal umschauen!

    • Ich denke, dass nicht mal alle Unternehmen wissen, zu welchen Bedingungen gearbeitet wird. Dies ist sehr interessant nachzulesen in den beiden Links, die ich zum Thema (rot unterlegt) eingestellt habe.

      dasauge.de kenne ich nicht, aber die Möglichkeiten bei Xing haben doch enorm nachgelassen. Quantität sagt leider sehr wenig über Qualität aus.

      Wie vieles kommt Crowdsourcing aus den USA – allerdings zu anderen Bedingung als bei uns. Crowdsourcing wird hier als „Kreativität der Masse“ bezeichnet. Für mich schließen sich Kreativität und Masse allerdings aus.

      Der enge Markt macht oft eine Eigenvermarktung schwierig. Die Reiz sich jemandem anzuschließen, der Aufträge an Land zieht, ist natürlich groß. Wichtig ist es wirklich, dass die Auftragnehmer sich genau über das Portal erkundigen und die Bedingungen für Honorar und Verpabeprozedere überprüfen. Es kann nämlich durchaus passieren, dass der Autor die Rechte z. B. an seinem Text verliert.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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