Gleich mal vorneweg DEN Selbstständigen gibt es nicht. Dennoch ist auch der Selbstständige wie alle anderen Gruppen mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Nun ist der Selbstständige in den aktuellen Focus geraten, weil er keine pauschale einkommensunabhängige Rentenabgabe möchte, der „Böse“. Denn mit der ablehnenden Petition mit rund 80.000 Mitzeichner ist eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit in vielen Internetforen im Gange.
Selbstständige sehen sich einem schlechten Ruf ausgesetzt, wie neulich in einer Fernsehsendung Sascha Lobo (Journalist und Internetexperte) meinte. Einer Feststellung, der ich so nicht folgen kann. Andererseits scheinen gewisse Prämissen wirklich nicht bekannt zu sein, was Selbstständigkeit ausmacht.
Selbstständigkeit hat viele Facetten
Der beliebteste Spruch: der Selbstständige arbeitet selbst und ständig.
Zunächst möchte ich unterschiedliche Kategorien aufzeigen, denn Selbstständigkeit hat viele Facetten. Hierzu einige Beispiele
- Der Firmeninhaber, der teilweise schon eine seit Generationen bestehende Firma leitet. Gerade der Mittelstand ist geprägt von diesen Familienunternehmen
- Der Firmeninhaber, wie der Handwerker, der mit einigen Mitarbeitern Kunden handwerklichen Service bietet
- Der Firmeninhaber, der sich über einen längeren Zeitraum ein kleines Unternehmen aufgebaut hat z. B. im IT-Bereich oder in der Werbung
- Der Franchisenehmer, der ein bestehendes System mit einem Marketingkonzept übernimmt und hierfür mächtig zur Kasse gebeten wird
- Der Einzelunternehmer als Freelancer, der wie der Bürodienstleister einen bestimmten Service anbietet
- Der Vertriebler, der häufig als Einzelunternehmer im Strukturvertrieb ein Produkt verkauft
Meist wird mit DEM Selbstständigen der Freelancer gemeint, der für häufig wechselnde Kunden Aufträge bearbeitet.
Eine Vielzahl dieser Freelancer hat aus der Arbeitslosigkeit und mit vehementer Unterstützung des Arbeitsamtes versucht, eine Idee zu verwirklichen, die sich mehr oder weniger trägt. Komischerweise wird diese Anstrengung gesellschaftlich wenig anerkannt, oftmals sogar belächelt.
Selbst unter etablierten Selbstständigen gilt die These, dass mehr staatliche Regulierung zur „Marktbereinigung“ beitragen würde. „Wenn das Geschäftskonzept nicht ausreicht, um gewinnbringend davon leben zu können, soll sich der Betreffende eben fest anstellen lassen“. Als wenn das so einfach wäre. Denen es möglich ist, werden das auch tun, wie ich bei ehemaligen Teilnehmern von „Bürodienste in“ immer wieder feststellen konnte.
Voraussetzungen zur Selbstständigkeit
Mit dieser massiven Förderung haben sich viele Menschen in die Selbstständigkeit gewagt, obwohl sie dafür nicht geeignet sind. Das hat sicher zu einem Zerrbild von selbstständigen Einzelunternehmen geführt. Dies mag auch ein Grund sein, warum bei Selbstständigen oft an diejenigen gedacht wird, die unprofessionell arbeiten bzw. eine minderwertige Leistung liefern.
Wer als Freelancer arbeitet und wirklich auf sich allein gestellt ist, muss jedoch ein paar grundlegende Fähigkeiten mitbringen:
- Eine fundierte Ausbildung in der angebotenen Dienstleistung – möglichst mit entsprechenden Nachweisen. Gerade im Bereich Bürodienstleistung erschien es vielen ausreichend einen PC und einen Internetanschluss zu besitzen, um „loslegen“ zu können.
- Regelmäßige Weiterbildung, die natürlich auch selbst finanziert werden muss
- Geld für Investitionen. Oft war die Prämisse im Internet gäbe es alles mehr oder weniger kostenlos. Um wirklich sein Unternehmen bekannt zu machen, muss Geld in die Hand genommen werden, um mit Profis zusammenzuarbeiten.
- Ein strukturiertes Angebot – möglichst auf einer professionellen Website – damit die entsprechenden Kunden der Zielgruppen sich angesprochen fühlen
- Eine unternehmerische Kalkulation, denn auf den Selbstständigen kommen eine Reihe von Ausgaben dazu, neben der üppigen Krankenversicherung, müssen Rücklagen für Ausfallzeiten geschaffen werden. Dazu kommen diverse Versicherungen und Verbände wie z. B. die IHK. Und nicht zuletzt werden auch irgendwann mal Steuern fällig. Der Vergleich mit einem Stundensatz zu einem Angestellten (vor allem im Dumpinglohnbereich) hinkt also gewaltig.
- Eine Unternehmerpersönlichkeit! Viele Einzelunternehmer sind eher „Unterlasser“ ein Artikel in der Tageszeitung, ein paar Einträge in Branchenbücher reichen nicht aus, um die gewünschten Kunden zu erreichen. Mit dem Internet ist man erreichbar, ist eine ähnliche Fehleinschätzung. Auch im Internet muss der Selbstständige selbst aktiv sein
- Selbstbewusstsein, um mit dem Kunden auf Augenhöhe zu verhandeln
Für Investitionen muss jeder Gründer damit rechnen, dass er „Reserven“ aufbraucht. Es hat sich gezeigt, wer nur in kostenlosen Portalen und Kleinanzeigen wirbt, bekommt Honorarangebote zwischen 10,00 und 12,00 Euro.
Hier wird andererseits deutlich, wie unfair der Ruf nach einer Rentenzwangsabgabe ist, weil die Gründer oft einen Teil ihrer Rücklagen (manchmal sogar alles) in ihr Geschäftsmodell investieren. Zudem arbeiten Selbstständige oft über das 65. Lebensjahr hinaus. Ob sich eine Selbstständigkeit wirklich trägt, kann erst nach sieben Jahren mit einer gewissen Sicherheit gesagt werden. Ich weiß von einigen, die im 3. oder 4. Jahr aufgeben.
Selbstständige Einzelunternehmer – Vorteile für alle Beteiligten
Die meisten Einzelunternehmer sind als Dienstleister tätig. Nicht nur, dass sie für ihre Kunden einen wichtigen Service anbieten, sie tragen auch zum Bruttosozialprodukt durch Umsatz und Steuern bei. Aufgrund von Investitionen und Reparaturen erhöhen sie die Nachfrage auch bei anderen Unternehmen.
Diese Selbstständigen verzichten auf staatliche Fürsorge und versuchen ihr berufliches Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Komischerweise wird von einem nicht geringen Teil festangestellter Arbeitnehmer angenommen, dass Selbstständige aufgrund der Möglichkeit zu Hause zu arbeiten, ein sorgenfreies Leben führen. Sicher gibt es auch diese Bohemiens, aber das dürfte doch eher die Ausnahme als die Regel sein und mehr auf den rein künstlerischen Bereich zutreffen. Im Gegenteil, die Arbeit im Home-Office hat so ihre Tücken.
Wer sich einmal selbstständig gemacht hat, kommt nicht daran vorbei sich weiterzuentwickeln. Dabei muss das Geschäftsmodell ständig verbessert werden und den Kundenwünschen angepasst werden. Diese Weiterentwicklung bringt allen Vorteile:
Für Unternehmen, die Dienstleistungen outsourcen möchten:
- Auch wenn aufgrund des Internet der Datenaustausch recht einfach ist, können Angebot und Leistung von einem Unternehmen in einem persönlichen Gespräch verifiziert werden, da diese Selbstständigen ihren Service überwiegend regional anbieten (können)
- Selbstständige in einem ähnlich gelagerten Berufsfeld wie z. B. Bürodienstleister können sich in Kooperationen zusammenschließen und decken damit eine breitere Palette von Kundenwünschen ab
- Flexible Arbeitszeiten, Erfahrung und Wissen durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben
Für Selbstständige:
- Kooperationen von qualifizierten Dienstleistern erweitern die Angebotspalette und ergänzen Schwachstellen im Angebot. Sie fördern die Sicherheit nur einen Teil eines Auftrages anzunehmen oder gleich an eine andere Fachkraft weiterzugeben. Ein solches Nein, macht einen wesentlichen besseren Eindruck als unzureichende Ergebnisse.
- Regionale Verbünde ermöglichen zusätzlich einen persönlichen fachlichen Austausch sowie Informationen rund um die Selbstständigkeit
- Nutzen von Synergien
Für die Allgemeinheit:
- Entlasten der Ausgaben im Sozialbereich. Auch wenn sie nicht ins Rentensystem einzahlen
- Schaffen neuer Arbeitsplätze
- Vergabe von Aufträgen an andere Einzelunternehmen
- Als flexible Dienstleister ermöglichen sie Unternehmen in Handel und Industrie viele Aufgaben outsourcen zu können und entlasten damit die Unternehmen bei Personalkosten
- Ein großer Teil der Selbstständigen sorgen über die Gewerbesteuer für die Infrastrukturmaßnahmen und soziale Einrichtungen in den Kommunen
Selbstständige erfüllen in dem eingangs beschriebenen Umfeld sehr unterschiedliche Anforderungen. Jeder hat Verantwortung für sein Unternehmen und sei es nur ein Ein-Mann-Betrieb. Gebratene Tauben fliegen Unternehmen nicht in Mund. Durch ihre Teilnahme am Wirtschaftskreislauf tragen sie über ihre Steuern indirekt die Umlage zur aktuellen Rente bei, denn die Rente wird auch durch Steuermittel bezuschusst.
Jeder Selbstständige ist bemüht Rücklagen zu bilden, um Auftragseinbrüche überbrücken zu können. Das diejenigen, die es ich leisten können auch an Rücklagen für einen angenehmen Lebensabend denken, dürfte selbstverständlich sein. Wer möchte schon nach einem arbeitsreichen Leben zum Schluss nur von einer Grundversorgung leben können.
Dabei ist es sinnvoll, statt VorURteile entkräften zu wollen, die Vorteile einer professionellen Selbstständigkeit zu verdeutlichen.
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Tags: Altersvorsorge, Bürodienste, Bürodienstleister, Erfolg in der Selbstständigkeit, Freelancer, Rentenversicherung, Vorraussetzungen zur Selbstständigkeit


[...] aus, sich ganz bewusst bewusst in eine Gruppe einordnen zu wollen. Wer nicht als Einzelunternehmer, dazu auch mehr bei http://www.buerodienste-in.de, selbständig ist, gehört automatisch zu einer Gruppe. Diese Zugehörigkeit zieht Rechte und [...]