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Burnout im Home-Office

28. Februar 2012 verfasst von Astrid Radtke

Neulich wurde mein Blog über eine interessante Frage aufgerufen: „burnout trotz homeoffice“. Ich muss zugeben dieses „trotz“ hat mich doch ziemlich irritiert.

Home-Office – ein ganz normaler Arbeitsplatz

Das Home-Office ist ein Arbeitsplatz wie jeder andere auch. Der einzige Unterschied, man spart sich die Anfahrt zur Arbeitsstätte. Die Aufgaben erfordern ebenso

  • Konzentration und damit verbunden fehlerfreies Arbeiten
  • Zügige Arbeitsweise und entsprechende Zeiteinteilung
  • Fachwissen

 
Dazu kommen Verwaltungsarbeiten für das eigene Büro. Dies gilt insbesondere für Selbstständige, die hier zusätzliche Zeit einkalkulieren müssen.
Oft ist das „Home-Office“ nur ein abgeteilter Platz in Wohn- oder Schlafzimmer und sorgt somit für zusätzliche Belastung. Schließlich verliert man hier seine Arbeit nie „aus den Augen“.

Stressfaktoren im Home-Office

Im Grunde fängt der Stress schon mit dem Satz an: „Ach hast Du es schön, dass Du zu Hause arbeiten kannst.“

  • Man ist doch zu Hause und kann mal schnell …
    NEIN kann man nicht, denn die Arbeit muss gemacht werden
  • Die freie Zeiteinteilung
    heißt nicht, dass jeder mal „schnell“ mit seinen Wünschen vorbeikommen kann
  • Nebenher auch noch Haushalt erledigen,
    damit wird die Arbeit im Home-Office ebenfalls zu einem „Nebenher“
  • Immer Pausen einlegen, wenn man möchte.
    Das Gegenteil ist oft der Fall. Weil Arbeitsplatz und Haushalt zusammenliegen, werden keine Pausen eingelegt, sondern statt dessen Hausarbeiten erledigt.
  • „Fein, dass ich Dich immer zu Hause erreiche. Ich habe …“
    Wer im Home-Office arbeitet, ist in dem Augenblick aber nicht zu Hause sondern bei der Arbeit – etwas, was ganz wenige Menschen verstehen
  • Mangelnde Kommunikation,
    denn es fehlt der fachliche Austausch mit Kollegen

 

Multitasking ein Gerücht

Seltsamerweise glauben viele Angestellte, dass sich doch unterschiedliche Arbeiten nebeneinander erledigen lassen. Das gilt in besonderen Maße für das Home-Office: Mittagessen kochen, während noch eine Kalkulation ausgearbeitet wird, die Waschmaschine füllen zwischen zwei Arbeitsgängen für einen Kunden.

Inzwischen haben aber Untersuchungen ergeben, dass Aufgaben, die nebeneinander erledigt werden, meist nur ein Teil der Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Das bedeutet, dass die einzelnen Aufgaben langsamer erledigt werden oder dass sie oberflächlich bis fehlerhaft ausgeführt werden.

Dies wird auch in einem Beitrag der SZ mit dem Titel „Immer schön der Reihe nach“ verdeutlicht. Der Mensch ist eben keine Maschine – auch nicht im Home-Office.

Burnout im Home-Office

Im Home-Office in die Situation zu geraten mit Burnout konfrontiert zu werden, ist sogar höher als an einem normalen Arbeitsplatz. Eine Überlastung wird weder vom Umfeld noch von einem selbst erkannt, so dass frühzeitig gegengesteuert werden könnte. Der klassische Ausgangspunkt für jede Burnout-Gefährdung.

Schließlich macht es der Arbeitsplatz vor Ort einfach, dass er auch außerhalb normaler Arbeitszeiten aufgesucht wird. Während der Arbeitszeit lassen sich eben doch noch andere Aufgaben erledigen und die flexible Arbeitszeit im Home-Office erleichtert das erheblich, nachmittags mit den Kindern Hausaufgaben zu machen. Dafür wird aber bis spät in die Nacht hineingearbeitet. Die Ausrede dafür ist auch nicht von der Hand zu weisen: „Da ist endlich mal Ruhe im Haus und ich kann ungestört arbeiten.“ Aber die Belastbarkeitsgrenze ist sehr schnell erreicht.
Wer im Home-Office arbeitet, ist nämlich viel öfter einer Mehrfachbelastung ausgesetzt, als jemand, der seinen Arbeitsplatz klar abgrenzen kann.

Das Problem des Burnout kommt hier deshalb eher zum Tragen, weil es eher schwierig ist, sich gegen die Familie abzugrenzen, die ihren vielen kleinen und großen Wünschen an jemanden im Home-Office heranträgt.

Dass die Arbeit in einem Home-Office falsch eingeschätzt wird, zeigt die Suchanfrage für meinen Blog ganz deutlich.
Ein Home-Office braucht die Unterstützung und Verständnis von Familie und vom sozialen Umfeld, denn ansonsten kommt es zu einem „burnout WEGEN Home-Office“ und nicht wie die Suchanfrage meinte: „burnout TROTZ Home-Office“.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

7 Kommentare zu “Burnout im Home-Office”

  1. Treysse sagt:

    Hallo Frau Porsfeld,
    ich habe das Gefühl, dass Sie wieder Spass an Ihrer Arbeit gefunden haben und ist es nicht das, was uns alle leiten sollte, der Spass an der Arbeit?
    Ich glaube, dass jeder für sich den richtigen Weg finden muss, sei es HomeOffice, Office oder ein „Mischding“ halt von beiden Möglichkeiten.

    Mit bestem Gruß
    H. Treysse

  2. Ich kann den Artikel und alle Kommentare dazu nur unterschreiben. Ich selbst habe jetzt 4 Jahre lang selbständig im Home Office gearbeitet. Nicht nur der Sprcuh „Selbständig arbeiten heisst selbst und ständig arbeiten“ hat sich in der Zeit für mich bewahrheitet. Er hat sich durch das Home Office meiner Meinung nach noch verstärkt. Wie schnell sitzt man noch um 20 oder 21 Uhr da, weil man ja noch eben schnell…. Auch, wie in dem Artikel angemerkt, die mangelnde Kommunikation ist ein großese Problem. Mir persönlich fehlte der kreative Input, die Sichtweise einer anderen Person auf mein ein bestimmtes Problem.
    Im November 2011 habe ich daher eine Werbe-WG gegründet und mich mit zwei Frauen zusammen getan, die Dinge machen, die meine Arbeit ergänzen. Seitdem habe ich auch wieder „Feierabend“ und zwar in dem Moment, wo ich das Büro abschließe. Ich werde nicht mehr abgelenkt durch Dinge wie „mal eben die Waschmaschine anstellen“ oder „Wetter ist grad gut – mal eben schnell Rasen mähen“. Und was ich auch sehr genieße, ist das Gefühl „zur Arbeit zu gehen“. Denn wenn auch viele Leute das, was ich mache als „Arbeit“ anerkennen, war es doch bisher immer eher „ach, du bist doch sowieso zu Hause“.
    Home Office? Für mich nur noch die Ausnahme!

  3. Die Arbeit im Homeoffice wird gerade von Berufsanfängern/Existenzgründern unterschätzt. Sie sind der Meinung man könne mal eben eine Existenz aufbauen. Allerdings ist dies nicht der Fall, auch wenn Fahrtzeiten wegfallen.
    Das Abschalten fällt vielen schwer und sie sind immer mit den Gedanken woanders.

  4. Jeder Tag hat nur 24 Stunden, egal für wen.

    Wer im Homeoffice arbeitet, neigt dazu, mehr als 8 Stunden pro Tag dort zu verbringen und zwar mit Unterbrechungen.Jemand mit einem Arbeitsplatz in den Räumlichkeiten seines Arbeitgebers arbeitet in der Regel kontinuierlich 8 Stunden durch und kehrt physisch und psychisch ins Privatleben zurück.

    Diese genaue Trennung „Privat / Büro“ ist sicherlich für diejenigen, die sich mit ihrem Beruf zu sehr identifizieren besser als ein Homeoffice. Wer sich für ein Homeoffice entscheidet, muss diese Trennung für sich selbst herbeiführen. Und das ist ein nicht ganz so einfaches Unterfangen und bedarf sehr viel Disziplin.

  5. Treysse sagt:

    die Vereinsamungsgefahr wird vielfach übersehen. Aus diesem Grunde empfehle ich grundsätzlich zumindest zwei Tage in der Woche im Office zu sein, also Abstand vom HomeOffice zu nehmen, um den Kontakt zur Außenwelt nicht zu verlieren.
    Hinzu kommt, dass auch in unserer Arbeitsgesellschaft gilt „Aus dem Auge aus dem Sinn“. Dieses gilt sowohl für Gehaltsanpassungen, Boni, wie auch für Beförderungen. HomeOffice wird nicht nur von Selbständigen „gelebt“.
    Den zugegebenermaßen vielen Vorteilen können auch eine Menge Nachteile gegenüber stehen.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
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Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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