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Selbstständigkeit wagen – raus aus der Komfortzone

8. Februar 2012 verfasst von Astrid Radtke

Selbstständigkeit bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes „selbst stehen“. Wer Selbstständigkeit als Alternative zur Arbeitslosigkeit sieht, muss seine Möglichkeiten gründlich hinterfragen. Aber auch für jeden anderen bedeutet Selbstständigkeit „raus aus der Komfortzone“.
Gerade Gespräche mit Interessenten bringen mich immer wieder auf neue Themen. So ist auf der einen Seite die Unsicherheit der Starter und auf der anderen Seite die klare Ansage der etablierten Selbstständigen: “Wer sich selbstständig machen will, muss zunächst raus aus der Komfortzone.”

Eine klare Entscheidung

Das eine haben, aber auf das andere nicht verzichten, ist dennoch der Wunsch vieler Selbstständiger. Ein gut verdienender Partner erleichtert die Selbstständigkeit. Um aber die Selbstständigkeit letztendlich nicht zum „Hobby“ werden lassen, muss mit den gleichen Bedingungen gearbeitet werden, als wenn der Selbstständige den Lebensunterhalt finanzieren muss. Schließlich darf auch nicht aus den Augen verloren werden, dass das Einkommen des Partners aus irgendeinem Grunde wegfallen könnte.

Der Starter neigt zu zwei Optionen:

  • Sich einem scheinbar großen Umfeld anschließen wie
    • eine Agentur, die z. B Aufträge für Schreibservice vergibt
    • ein Franchiseunternehmen, das eine Marke oder Marketingaktionen verspricht
      Eine Agentur, aber auch ein Franchiseunternehmen möchte in erster Linie einen guten Umsatz gekoppelt mit einem guten Einkommen erzielen. Jeder, der sich so einer Unternehmung anschließt, sollte sich die Preise für die Kunden ansehen und was er selbst dabei verdient. Da bleibt oft für den Selbstständigen nur noch Akkordarbeit.
  • der regelmäßige Blick in Stellenanzeigen, um doch noch eine Festanstellung zu erreichen
    Wer für sich die Chance sieht, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu bekommen, der sollte dann auch dafür seine Energie aufwenden.

In Lösungen denken

Dennoch sollte ein Selbstständiger für alles offen sein. Eine Starterin war sogar bereit dreimal wöchentlich 170 km zu fahren. Nachdem sie sich dazu durchgerungen hatte und schon zusagen wollte, bekam sie in unmittelbarer Nähe ein interessantes Angebot.

Was für einen Arbeitslosen inzwischen selbstverständlich ist, dass er flexibel reagieren muss, ist es für einen Selbstständigen umso mehr. Aber ich erlebe auch Starter, die noch vor einem Gespräch mit einem möglichen Auftraggeber eine Rechnung aufmachen, warum ein bestimmter Auftrag für sie nie in Frage käme, selbst wenn das Arbeitsgebiet zu 100% mit den eigenen Möglichkeiten und Wünschen übereinstimmt.

Natürlich muss das Preisleistungsverhältnis stimmen. Aber Zeit, die auf der Strecke bleiben könnte, darf für einen Starter kein Negativargument sein. Probleme können in einem gut vorbereiteten Gespräch meist gelöst werden. Und jedes Gespräch mit einem Auftraggeber ist für einen Starter eine Lehrstunde für neue Verhandlungen, wenn jedes Gespräch entsprechend aufbereitet wird.

Über Finanzen rechtzeitig nachdenken

Insbesondere rund um die Bürodienstleistung wird mit geringen Investitionen gerechnet, so dass ein schneller Start möglich scheint(!). Dabei wird vergessen, dass ein PC und ein Internetanschluss nicht mehr ausreichend sind, eine professionelle Selbstständigkeit zu starten.

Neben einem gewünschten und realistischen Einkommen muss Werbung und Weiterbildung eingeplant werden. Auch im Internetzeitalter muss ein Selbstständiger persönlichen Kontakt aufnehmen, um durch seine Persönlichkeit und sein Auftreten für seine Dienstleistung zu werben. Auch hierfür müssen Investitionen eingerechnet werden, die nicht unbedingt steuerlich absetzbar sind.

Drei bis fünf Jahre Unsicherheit

Die Regel sagt, dass sich ein Unternehmen nach drei Jahren bekannt gemacht hat, nach fünf Jahren Festigkeit gewinnt und nach sieben Jahren auf einigermaßen sicheren Beinen steht.

Das bedeutet, dass die ersten drei Jahre oft kein Einkommen erzielt wird, von dem man wirklich leben kann und dass ein Kundenstamm erst langsam aufgebaut wird. Wohl dem, der tatsächlich noch ein weiteres Einkommen in der Partnerschaft hat.

Aber auch Urlaub und Freizeit werden kleingeschrieben und können mit dem eigenen Einkommen oft einen längeren Zeitraum nicht verwirklicht werden.

Die Begeisterung für die eigene Idee trägt

Letztendlich ist die Begeisterung für die eigene Idee, die der Selbstständigkeit den notwendigen Schwung gibt. Die Überzeugung, den richtigen Weg für sich gefunden zu haben, ist die beste Voraussetzung sein Ziel der gesicherten Selbstständigkeit zu erreichen.

Ein Unternehmer heißt so, weil er etwas unternimmt. Wer sich nicht informiert, wird aber schnell zum „Unterlasser“, weil er nicht alle Möglichkeiten erkennt und entsprechend ausschöpft bzw. reagiert.

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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