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Texter – Vermittler zwischen Wort und Leser

4. Januar 2012 verfasst von Astrid Radtke

Etwas umgewandelt möchte ich sagen: am Anfang ist das Wort – im Zeitalter der elektronischen Kommunikation vor allem das geschriebene. Inzwischen hat sich rumgesprochen, dass Suchmaschinen „Leseratten“ sind und eine Website über „Content“ verfügen sollte. Deshalb werden immer mehr Websites mit Text gefüllt. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Texte in erster Linie dem Leser und nicht Suchmaschinen gefallen sollen.

Kurzbotschaften

Im Internet steht immer mehr der Gedanke im Vordergrund, Informationen zu teilen. Manche Medien zwingen Informationen komprimiert weiterzugeben. In der Welt von Twitter und SMS sind Kurzbotschaften durchaus sinnvoll.

Fasse Dich kurz stand früher an den Telefonhäuschen. Auch Telegramme wurden aus Kostengründen eher kryptisch geschrieben. Wichtige Informationen können so auf ein Minimum reduziert werden, ein schneller Gedankenaustausch ist auf diese Weise möglich.

160 Zeichen für SMS oder die 140 Zeichen bei Twitter lassen häufig kein Satzzeichen mehr zu. Texte sollen aber aus vollständigen Sätzen bestehen, um lesbar zu bleiben. Andererseits sollten in ein Satz nicht mehr als 17 Wörter umfassen. Etwas, was gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist, wenn der Text nicht nur aus einfachen Hauptsätzen bestehen soll. Ich weiß, wovon ich schreibe ;-)

Foren und Blogs – eine Informationfülle

So wird viel geschrieben im Internet. Kaum eine Website, die nicht noch zusätzlich ein eigenes Blog vorweist. Früher hieß die Seite „Aktuelles“ heute heißt sie „Blog“ und beide kranken häufig daran, dass sie schlecht gepflegt werden. Ein Blog, der Leser finden soll, benötigt mindestens sechs bis acht Beiträge im Monat. Andererseits soll dieses Blog auch mit den Inhalten der Unternehmenswebsite übereinstimmen. Obwohl ursprünglich ein Blog als Tagebuch im Web gedacht war, erfüllt es inzwischen häufig die Aufgaben einer Firmenzeitung. Vor allem sollen es Texte sein, die zum Bleiben animieren.

Der Text als Botschaft

Texte folgen nachvollziehbaren Regeln. Das gilt ganz besonders für Texte im Internet.

Text und Optik

Eine Website umfasst mehrere Gestaltungselemente wie Bilder, Navigation und schließlich den Text. Vor allem eine klare Struktur motiviert zum Lesen. Gerade im Internet ist der Text gut lesbar, wenn er für das Auge „Anker“ zur Verfügung stellt. Das Nutzerverhalten muss in die Textgestaltung mit einbezogen werden.

  • Überschriften
  • Abschnitte durch Überschriften kennzeichnen
  • Kurzzusammenfassung von Inhalten mit Aufzählungszeichen

Überschriften und Aufzählungen sind die Kurzbotschaften, die beim Leser Interesse wecken und zum Weiterlesen motivieren. Auch Hervorhebungen im Text sollten nur für Links und Überschriften reserviert sein. Zu viel Ankerpunkte verwirren.
Die Gestaltung des Textes auf der Website folgt letztendlich ähnlichen Regeln wie bei Büchern. Bücher werden weggelegt, wenn der Text schwer lesbar ist, die Website weggeklickt.

Andererseits finde ich nicht selten Texte auf Websites, die nach jedem Satz mindestens einen Absatz einfügen, was ähnlich schwer lesbar ist, wie ein durchgängiger Text. Ganz abgesehen davon, dass halbleere Seiten selten gescrollt werden.
Die Lesbarkeit eines Textes dient zur Verbreitung der Inhalte. Das gilt selbst für Forenbeiträge, die mit einer besseren Lesbarkeit auch gewünschte Informationen besser transportieren können.

Übung macht den Meister

Es ist wie immer, nur das konsequente Tun führt zu Fortschritten. Sicher ist auch ein gewisses Talent hilfreich. Dennoch sollte jeder bei seinen Texten beachten, wofür bzw. für wen sie geschrieben werden. Texte für die eigene Website zu verfassen, dürfte am schwierigsten sein, denn gerade hier ist die Perspektive eines Außenstehenden wichtig. Betriebsblindheit ist bei Eigenwerbung nicht ungewöhnlich. Ein guter Text ist ein Wettbewerbsfaktor, der täglich auf einer Website zugänglich ist.

Geübt sind vor allen Dingen die Leute, die sich täglich mit dem Schreiben beschäftigen. Nicht nur, dass Sie wissen, worauf Sie achten können, wenn Sie sich einen Texter aussuchen. Zum Glück lassen sich die Fähigkeiten in diversen Beispielen der Texter gut nachlesen. Der Schreibstil muss auch zu Ihnen als Kunde passen.

Wichtig ist wie Sabine Schönberg schreibt, dass Texte – vor allem Werbetexte – eine gute Recherche voraussetzen. Sie bringen die Gedanken der Kunden verständlich zu Papier. Dazu gehört im Vorfeld die Auseinandersetzung mit den Zielgruppen. Texte stellen letztendlich auch ein Alleinstellungsmerkmal eines Unternehmens dar. Solche Texte sind zeitaufwändig lassen und sich deshalb nicht einfach „aus dem Ärmel“ schütteln. Kreativität lässt sich allenfalls in Zeit nicht aber Zeilen umrechnen.

Texten ist ein kreativer Prozess. Deshalb ist für ein Honorar nicht die Länge des Textes ausschlaggebend, sondern Aussage, Optik und Lesbarkeit.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

2 Kommentare zu “Texter – Vermittler zwischen Wort und Leser”

  1. Hallo, Frau Radtke,
    richtig, wer sich an “werbliche Texte” wagt, der sollte wissen, wie es geht.

    Wichtig finde ich aber auch, dass sich gerade in den letzten Jahren große Unterschiede zwischen dem werblichen Schreibstil der klassischen Werbung (Anzeigen in Zeitungen, Presseberichte, Flyer o.ä.) zu denen in den Social Media aufgetan haben:

    Auch hier muss man zielgruppengerecht formulieren, aber, interessanterweise hört sich hier – vielleicht auch wegen der eingeschränkten Möglichkeiten (siehe 140 Zeichen bei Twitter) – alles nicht mehr ganz soooo abgedroschen, vertriebslastig und aufdringlich an. Eine Konzentration auf das Wesentliche scheint doch zur Zeit den Nerv der Kunden zu treffen?!

    Und wer grundsätzlich Schwierigkeiten mit dem “Finden der richgien Worte” hat, der sollte sich professionelle Texter-Hilfe suchen. Das Geld ist dafür gut angelegt!

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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