Wer heute Websites erstellt und im Internet nach Tipps sucht, stößt schnell auf den Begriff „Content“. Eines der häufigsten Argumente ist, dass Content benötigt wird, um für Suchmaschinen interessant zu sein. Es hilft aber nichts, wenn die Suchmaschine die Seite möglicherweise gut fände, der Nutzer sich durch den Text aber nicht angesprochen fühlt.
Auf das Wesentliche beschränkt
Ich höre immer wieder: „Was soll ich da groß schreiben? Wer sich für Büroservice interessiert, erwartet sowieso das, was ich anbiete.
Ich habe mich deshalb auf meiner Seite auf das Wesentliche beschränkt.”
Teilweise werden aber unter “das Wesentliche” Allgemeinplätze verstanden. Vor allem ist flexibel ein gern verwandter Gummibegriff, dem die Phantasie freien Lauf lässt. Feste Geschäftszeiten oder lieber arbeiten im Home-Office zu arbeiten als vor Ort, ist dagegen eine wesentliche Information. Selbstverständlich ist es, dass sich ein Büroservice mit den MS-Office-Programmen auskennt und ggf. auch noch die Open-Source-Programme dazu anwenden kann. Das muss nicht extra betont werden.
Inhalte
Zu oft wird nicht bedacht, dass die Website ein Teil der Kundengewinnung und Akquise ist. Content auf Websites hat mit Inhalt im Sinn von Gehalt / Substanz zu tun. Es geht nicht darum, die Seiten mit Text zu füllen, sondern sie zielgruppengerecht aufzuarbeiten.
Wer in einem gut besetzten Markt wie Bürodienstleistung zu tun hat, muss seine Leistung sehr differenziert beschreiben. Eine Auflistung interessanter Leistungen alleine hilft nicht. In einer gut durchdachten Struktur sollten diese Leistungen thematisch zusammengefasst und mit einem Überbegriff erklärt werden.
Neben Kompetenz und Erfahrung gehören Spezialisierungen bzw. Spezialwissen dazu. Ein Grafikdesigner kann einfaches Webdesign anbieten oder auf die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Programmierer hinweisen. Ein Webdesigner kann wiederum neben Erstellung auch Seitenbetreuung anbieten oder Workshops zu CMS verschiedener Anbieter.
Büroservice muss nicht auf Tätigkeiten in der Verwaltung beschränkt sein, sondern übernimmt auch die Organisation von sog. Events zur Firmenpräsentation bis zu Messeveranstaltungen.
Nur all dies kann der Nutzer nicht erkennen, wenn auf allgemeingültige Phrasen und Begriffe zurückgegriffen wird. Die klassische Bürodienstleisterseite sieht so aus:
- allgemeiner Schriftverkehr
Texte aller Art nach Vorlage oder Diktat - Faktura und Mahnwesen
- Adresserfassung, Dokumentation
Dateipflege - Angebote
- Terminplanung
- Reisevorbereitung und Abrechnung
- Büroorganisation (auch vor Ort)
Wer in erster Linie darauf verweist, dass Kranken- und Urlaubsvertretungen übernommen werden, muss sich nicht wundern, wenn kaum Anfragen für andere Aufträge wie z. B. stundenweise Büroorganisation kommen.
Spezialwissen
Dass ein Büroservice mit MS-Office-Anwendungen vertraut ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Wer schreibt, dass er MS-Office-Programme beherrscht, meint im Allgemeinen die notwendigen alltäglichen Anwendungen. Dennoch handelt es sich bei diesen Aussagen nur um ca. 10-15% der Gesamtleistung dieser Programme.
Spezialwissen z. B. innerhalb der Office-Programme kann wiederum für ein suchendes Unternehmen interessant sein. Wer also über Schreiben (inkl. Serienbriefe), Formatieren und Umgang mit Tabellen noch Makros erstellen oder sogar mit Excel programmieren kann, sollte dies explizit zum Ausdruck bringen.
Die Profilseite
Die sog. „Über mich“-Seite bietet die besten Möglichkeit die eigenen Kompetenzen mit Erfahrungen aus den bisherigen Tätigkeiten als Profil oder Vita darzustellen. Dabei ist kein Lebenslauf gemeint, sondern Branchen und Aufgabenbereiche sowie Weiterbildung während der Selbstständigkeit.
Eine strukturierte Darstellung mit einer Auflistung der wichtigsten Tätigkeiten bringt dem Lesen den gewünschten Nutzen und steht im Einklang mit den Suchmaschinen. Wird dies noch durch eine passende Seitenbeschreibung ergänzt, wird die Profilseite oft genauso gut gefunden wie die Startseite der Website.
Seitenanzahl
Der Content gibt damit die Seitenzahlen vor. Neben einer ansprechenden Startseite sollten die Leistungen strukturiert beschrieben sein. Kommen neben der Profilseite noch Spezialgebiete dazu, sind mit der Kontakt und Impressumseite fünf bis sechs Seiten für den Internetauftritt einzuplanen.
Das ist dann ausreichend “Lesestoff” für Suchmaschinen
Kooperationen ermöglichen ggf. das eigne Angebot zu ergänzen.
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Oftmals hört man auch den Satz: “Meine Website ist ja nur meine erweiterte Visitenkarte. Ich bin ja kein Online-Shop.” Stimmt zwar grundsätzlich, aber trotzdem sollte der Content doch weit über das hinausgehen, was eine Visitenkarte zu bieten hat. Die Visitenkarte zeigt letztendlich nur Kontaktdaten, eventuell rückseitig noch ein paar Stichpunkte zur angebotenen Dienstleistung.
Wer nur dies auf seiner Internetpräsenz zeigt, kann sich das Geld dafür sparen! Da fühlt sich kein Kunde angesprochen.
Ebenso schlimm ist es, eine veraltete Seite aufzurufen. Wer jetzt noch die Termine von 2011 – oder noch schlimmer – aus den Jahren davor als “Aktuelles” veröffentlicht hat, oder noch heute seinen Kunden “frohe Weihnachten” wünscht, der kann davon ausgehen, dass der potenzielle Kunde die Seite schnell wieder schließt.
Ein weiteres “NO-GO” ist, dass sich irgendwelche Seiten “noch im Aufbau” befinden. Ich bin gerade wieder über so eine Website eines sog. Marketing-Unternehmens gestolpert.
Bei solchen Seiten gehe ich allerdings davon aus, dass sie inzwischen vom Markt sind und vergessen haben ihre kostenlose Domain abzumelden.
Damit wären wir bei der nächsten Problematik. Gute Seiten, die im Netz auch gefunden werden sollen, benötigen einen guten Provider und diese gibt es nicht kostenlos.
Existenzgründer, die gleich bei der Website sparen wollen, sollten keine erstellen. Mit solchen Websites sagen sie mehr über ihre Selbstständigkeit aus, als ihnen lieb ist.