Das Blog rund um Büro und Büroservice

Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Bürodienstleistung noch im Dornröschenschlaf

29. Mai 2011 verfasst von Astrid Radtke

Trotz der vielen Anbieter führt Bürodienstleistung eher ein Nischendasein – nicht zu verwechseln mit Marktnische. Die Präsenz vieler Bürodienstleister aller Art ist dürftig, das Angebot oft eintönig. Die notwendige Aufmerksamkeit, die möglich und erstrebenswert wäre, wird so nicht erreicht. Wachstum für diese Kleinunternehmen, findet deshalb eher selten statt. Unternehmen suchen somit nach anderen Lösungen für die Aufgaben ihres Büroalltags.

Selbstständigkeit muss man wollen

Die Ernsthaftigkeit scheint oft zu fehlen. Jeder wird zunächst behaupten: „Selbstverständlich möchte ich meine Selbstständigkeit.“
Wer sich jedoch dabei ertappt, immer wieder mal die Stellenanzeigen durchzusehen oder darauf hofft, dass ein Kunde eine Festanstellung anbietet, sollte sich überlegen, ob er mit der Selbstständigkeit auch wirklich den richtigen Weg gewählt hat.
Mir teilen auch immer wieder Dienstleister rund ums Büro mit, dass sie sich für eine Anstellung entschieden haben, nachdem sie dafür bewusst Bewerbungen versandt haben.

Die zweite Variante ist, sich nach einem scheinbar großen Unternehmen umzusehen, dem man sich anschließen kann. Für viele heißt Vernetzen und Kooperation das Zauberwort, obwohl die eigene Zielrichtung noch nicht ganz gefunden ist. Andere wiederum versuchen Ihre Selbstständigkeit über Franchise-Unternehmen zu sichern.
Die meisten trägt die Hoffnung, durch bestehende Marketingstrukturen auf die Akquise weitgehend verzichten zu können.

Natürlich bestehen bei der Selbstständigkeit Risiken wie ein bröckelnder Kundenbestand oder Krankheit.
Andererseits: welche Festanstellung ist heute noch sicher?

Jeder, der sich selbstständig macht – auch wenn Druck von Seiten der ARGE gemacht wird – sollte sich die Zeit nehmen, sich zu informieren, zu organisieren und sein öffentliches Erscheinungsbild wie Flyer, Visitenkarte oder Website gründlich planen und professionell umsetzen lassen.

Sichtbar im „öffentlichen“ Raum

Unabhängig, ob in Fachforen oder im Gespräch bei einem Treffen von Selbstständigen, aber selbst im Alltag, der Selbstständige betreibt immer Marketing in „eigener Sache“.

Kaum jemand wird mit schief geknöpfter Jacke zu einem Vorstellungsgespräch gehen, weil er es „eilig“ hatte. Aber Fehler, die in Foren oder auf der Website stehen, werden als lässliche „Sünden“ gesehen, die jedem Mal passieren können – hat man ja nur mal so schnell hingeschrieben.

Zur Ernsthaftigkeit eines Büroservice gehört ebenso, dass die neue(!) Rechtschreibung beherrscht wird und dass sich keine Fehler in Threads – erst recht nicht auf der Website – einschleichen.

Zumindest in einem Fachforum, in dem die Kompetenz der eigenen Leistung zum Ausdruck gebracht werden soll, dürfen keine Fehler vorkommen. Es könnte sonst zur „Anti“-Werbung werden.

Ein Selbstständiger ist vor allem im öffentlichen Raum immer selbstständig – und das muss man wirklich wollen.

Kontinuierliche Fortbildung

Neben einer eignen gut strukturieren sowie professionellen Website erfordert die Selbstständigkeit eine kontinuierliche Fortbildung.

Insbesondere sollten die neuen Technologien beherrscht werden, wie z. B.
  • Skype
  • verarbeiten von MP3-Daten
  • Videoaufzeichnungen
  • lesen und arbeiten mit Blogs
  • Recherche im Internet (z. B. Informationsaufnahme über Twitter)
  • Umgang mit und in sozialen Netzwerken wie facebook, google + etc.
  • diverse Softwareprogramme – auch in neueren Versionen

 
Vieles davon lässt sich autodidaktisch aneignen. Andere Bereiche lassen sich auch in Kooperation mit entsprechenden Partnern lösen. Dennoch sollten die Abläufe verstanden werden, Grundkenntnisse sollten also vorhanden sein.

Kontinuierliche Arbeit – nicht nur beim Kunden

Selbstständigkeit bedeutet also mehr als über einen PC, einen Internetanschluss und ein Home-Office zu verfügen. Selbstständigkeit bedeutet kontinuierliche Arbeit an auch sich selbst. Selbstständigkeit erfordert auch zeitlichen Aufwand über Aufträge und die eigene Verwaltung hinaus.

Solange aber das Gros der Anbieter im Bereich Bürodienstleistung diese Ernsthaftigkeit nicht erkannt hat, wird für diese Unternehmen kein Wachstum möglich sein. Im Gegenteil viele werden wieder aufgeben. Der Schaden ist hier aber doppelt, denn der Betreffende erleidet nach einer Kündigung die nächste „Niederlage“.

Buchempfehlung: Monika Birkner, Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer, Wallhall Fachverlag, 2008.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

ein Kommentar zu “Bürodienstleistung noch im Dornröschenschlaf”

  1. Der Blog gefällt mir gut. Er trifft viele meiner Erfahrungen.
    Hier nur ein paar Anmerkungen zum Thema „Fortbildung“. Als Bürodienstleister (die Bezeichnung selbst kommt ja schon sehr bieder daher) sollten wir in der Lage sein, unseren Kunden über das vom gesunden Menschenverstand schon Gewusste und in 1000erlei Ratgeberliteratur Ausgebreitete hinaus neue Sichtweisen zu vermitteln. Das bedeutet nicht nur die genannte Kenntnis der Bürotechnologien (finde ich auch ein Muss), sondern auch das Entwickeln neuer Methoden.
    In unserem kleinen Beratungsunternehmen haben wir z. B. im Frühjahr einen internen Workshop veranstaltet und dabei die Methode des „Flow-Pictures“ entwickelt. Dabei gestalten die Mitarbeiter des Kunden (incl. Chefs!) die „ideale Bürolandschaft“ – und zwar in Bildern (Flüsse, Bäume, Berge, Brücken …). In diesen Bildern, die dann hinterher vom gesamten Team diskutiert werden, können sich machtvolle Visionen über gemeinsame bessere Abläufe und Abstimmungen in der Zukunft herausbilden, die in ein müdes überarbeitetes Büroteam richtig Schwung für ein Verbesserungsprojekt bringen. Erste viel versprechende Erfahrungen konnten wir schon machen.
    Dies nur als ein kleines Beispiel, wie wir – gerne auch im Netz, denn allein sind solche Entwicklungsaufgaben kaum zu bewerkstelligen – neue Ansätze erarbeiten, beim Kunden erproben und wieder verbessern können. Dann macht das Bürodienstleisten auch so viel Spaß und erhält auf einmal so viel Sinn, dass man auf die eigene abhängige Beschäftigung in einem Unternehmen gar keine Lust mehr verspürt …

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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