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Co-Working-Büros – Gemeinschaftsbüros auf Zeit

26. Januar 2011 verfasst von Astrid Radtke

Eine Form des Zusammenwirkens von Selbstständigen aus verschiedenen Bereichen der sog. Telearbeitsplätze ist in sogenannten Co-Working-Büros möglich. Hier wird meistens in größeren Büroräumen ein Schreibtisch für eine bestimmte Zeit in der Woche angemietet, das Gemeinschaftsbüro gewissermaßen als „Zeitraum“.

Der Telearbeitsplatz oder das sog. virtuelle Sekretariat im Home-Office ist eines der vielen Modelle, die den Arbeitsplatz der Zukunft angeblich bestimmen. Wesentliche Merkmale der Telearbeit sind:

  • Erreichbarkeit über das Internet
  • Mobilität
  • Kostenersparnis durch wegfallende feste Arbeitsplätze im Unternehmen vor Ort

 
Vor allem letzteres sorgt für immer mehr leer stehenden Büroraum. Es ist aber sicher nicht nur als Marketing zu bewerten, wie dieser Büroraum nutzbringend genutzt werden kann, wenn auf die Idee der Co-Working-Büros verwiesen wird. Studien zeigen auf, dass für eine kontinuierliche Leistung der persönliche Kontakt zwischen Kollegen zwingend erforderlich ist.

Kreativität durch soziale Nähe

Gründe für diese Art der Zusammenarbeit in diesen Gemeinschaftsbüros sind deshalb vielfältig:

  • Kontakt zu Mitstreitern, der durch Austausch z. B. in der Teeküche die eigene Kreativität beflügelt
  • Arbeit im Team fördert durch das persönliche Gespräch die Bearbeitung von Projekten
  • Kostenersparnis auch beim Energieverbrauch für ein eigenes Büro aufgrund eines Mietanteils entsprechend der im Büro verbrachten Zeit
  • Gemeinsam zu nutzendes Equipment wie PC, Drucker, Telefon
  • Anrufentgegennahme auch bei Abwesenheit möglich – wobei hier gleichzeitig ein Konfliktpotential gegeben ist
  • Kunden können problemlos empfangen werden und müssen in der eigenen Wohnung nicht in kleines Arbeitszimmer verwiesen werden
  • Der eigene Wohnraum bleibt weitestgehend von der täglichen Arbeit befreit. Eine striktere Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit wird vereinfacht. Insbesondere bei Kindern im Haushalt ist dieser Vorteil nicht zu unterschätzen
  • Auch die “social communities” im Internet zeigen, dass viele letztendlich den persönlichen Kontakt zu den Forumsteilnehmern aus den verschiedensten Bereichen suchen, wie dies z. B. durch Xing in regionalen Treffen gefördert wird
  • Die festen Arbeitszeiten können nach außen publiziert werden, die Privatsphäre bleibt geschützt

 
Ein wichtiges Kriterium zur Funktionalität der Co-Working-Büros ist sicher die Zusammensetzung der gemeinsam arbeitenden Berufsgruppen. Wobei Homogenität der Berufe sicher nicht immer notwendig ist. Für Selbstständige, die überwiegend im Vertrieb arbeiten, ist so ein gemeinsamer Arbeitsplatz wahrscheinlich genial, da diese ihre Zeit überwiegend im Außendienst verbringen, eine feste Adresse aber dringend benötigen.

Nachteile

Dabei dürfen aber auch die Nachteile nicht übersehen werden.

  • Wer stunden- oder tageweise einen Büroplatz anmietet, muss stets einen feinsäuberlich aufgeräumten Arbeitsplatz hinterlassen. Viele gleichbleibende Arbeitsunterlagen müssen bei der Nutzung des Platzes erneut bereitgestellt werden und erfordern zusätzliche organisatorische Tätigkeiten
  • Die Arbeitszeit muss sich stringent an den Nutzungsplan des angemieteten Platzes halten. Nicht fertiggestellte Arbeiten letztendlich im Home-Office fertig gestellt werden einschließlich des Transports aller notwendigen Unterlagen
  • Die Rechnerleistung muss den Anwendungen entsprechend hoch sein, die Speicherkapazität großzügig bemessen
  • Die Problematik der Kostenverteilung z. B. gerade im Bereich Administration des Rechners.
  • Eine eigene Telefonnummer kann selten publiziert werden. Entweder muss dies über eine großzügige Telefonanlage mit entsprechend vielen Durchwahlnummern verwirklicht werden oder der Selbstständige muss überall seine Handynummer angeben. Handynummern schrecken aber viele Anrufer noch ab – siehe auch Erreichbarkeit
  • Vielfach werden für diese Arbeitsplätze Großraumbüros verwendet, was aus Kostengründen auch sinnvoll ist, aber eben auch Nachteile dieser Großraumbüros beinhaltet

 
Der geteilte Arbeitsplatz erfordert also sehr stringente Organisationsformen, die wie in jeder normalen Wohngemeinschaft zwangsläufig zu Konflikten führen können. Hier heißt es eben nicht, „Wer hat schon wieder mein Joghurt gegessen“, sondern „Wer hat denn schon wieder das Papier im Drucker nicht aufgefüllt“.

Um auftauchenden Problemen oder Fragen entgegenwirken zu können, ist wohl dieser Blog für Co-Worker entstanden. In den Co-Working-News finden sich eine Vielzahl von Themen u. a. zu Co-Working-Verzeichnisse für Europa, Deutschland aber auch Starter.

Verschiedene Angebote für Co-Working-Büros finden Sie – leider etwas versteckt – in einer Auflistung der Wirtschaftszeitung WiWo. Hier aber auch deutlich, dass diese Art der Büroraumnutzung bisher auf Großstädte beschränkt ist. In der Beschreibung zur Telearbeit der WiWo wird auf die Ergänzung durch Co-Working-Büros.

Prognosen

Vielleicht sind aber „Mischformen“ aus Austausch und gemeinsamer Nutzung von Raum und Equipment in kleineren Orten interessant. Vor allem in gut organisierten Kooperationen ähnliche gelagerter Berufsgruppen wie bei den Bürodienstleistern kann der persönliche Austausch für gemeinsame Projekte gewinnbringend genutzt werden..

Co-Living

Neben dem Co-Working entsteht der neue Trend des Co-Living, der von den sog. Jobnomaden immer mehr genutzt wird. Denn mit der Umstrukturierung der Arbeit wird auch die Flexibilität im Einsatzgebiet immer mehr verlangt. Ein ständiger Wohnungswechsel oder das Leben im Hotel lässt sich nicht immer mit der persönlichen Situation vereinbaren.

Anmerkung

Der Begriff Jobnomade wurde beschrieben in dem Buch von Peter Plöger: Arbeitssammler, Jobnomaden und Berufsartisten. Viel gelernt und nichts gewonnen? Das Paradox der neuen Arbeitswelt. Hanser Verlag, München 2010. 250 Seiten, 19,90 Euro.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

7 Kommentare zu “Co-Working-Büros – Gemeinschaftsbüros auf Zeit”

  1. […] Co-Working-Büros – Gemeinschaftsbüros auf Zeit […]

  2. […] Co-Working Büros – Gemeinschaftsbüros auf Zeit […]

  3. Hallo Frau Radtke.

    Danke für das nette Gespräch gestern beim Freelancer International Treffen.

    Zu diesem Artikel: Öffnungszeiten sind dann kein Problem mehr, wenn man einen Schlüssel zum „CoWorking Space“ bekommt. Dazu ist ein gewisses Vertrauen vonnöten. Bei uns muss man also ein paar mal dagewesen sein, bevor man einen Schlüssel bekommen kann.
    das Problem der eigenen Telefonnummer lässt sich mit Anbietern wie z.B. Sipgate sehr gut umgehen.

    CoWorking ist nicht für jeden etwas, das stimmt. Aber es ist für sehr viel mehr Leute geeignet, als man gemeinhin denkt. Lehrer, Künstler oder eben auch Büroservices können mit dem Schritt in einen CoWorking Space für sich selbst Vorteile ziehen.

    Wir haben gemerkt, dass es die Professionalität steigert. Wem das nicht reicht, deskmag hat herausgefunden, dass 48% der CoWorker Ihren Verdienst in den ersten Monaten gesteigert haben – CoWorking hilft also direkt beim Geschäftserfolg.

    Ich sage immer: Es muss ausprobiert werden. Persönliches Erlebnis hilft mehr als fremde Beschreibung. Wer Interesse hat, darf sich gerne an mich wenden, ich betreibe den CoWorking Space weXelwirken in Wankheim.

  4. Viele Selbstständige, die zu Hause ein Home-office einrichten, haben mit Platzmangel zu kämpfen. So befindet sich der Arbeitsplatz gern in einem Zimmer unterm Dach oder im Keller, oder – im schlimmsten Fall – in einer Ecke im Wohnzimmer. Möchte man hier Kunden empfangen, Geschäftspartner oder Kollegen? Häufig nicht, denn, die Privatsphäre wenn der Fremde durch die Wohnung bzw. das Haus geleitet wird, ist damit gestört und wird von beiden Seiten als nicht optimal empfunden.

    Was also tun, wenn man doch öfter Kunden oder Geschäftspartner empfangen möchte? In eine Hotellobby ausweichen oder sich im Restaurant zum Arbeitsessen treffen? Konferenzräume zu mieten ist sehr teuer und an Nebenkosten gebunden. Von daher: Raus aus den eigenen Vier-Wänden und rein ins Co-Working-Büro?!

    Ich bin gespannt, wie sich dieses Modell entwickelt. Ich finde es extrem interessant, aus kommunikativer Hinsicht sehr gut und freue mich auf das erste Co-Working-Office in meiner Stadt!

  5. Trockenbau München sagt:

    Ich arbeite seit 3 Monaten in einem Shared Office auf Zeit. Ich kann es jedem nur empfehlen, spart mächtig Geld!

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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