Die Möglicheiten der Akquise sind eingeschränkt, Kontakte zu potentiellen Kunden sind nicht einfach aufzubauen. Netzwerke oder neudeutsch “social communities” finden sich Online wie Offline. Häufig verspricht sich insbesondere der Starter sehr viel von diesen Netzwerken.
Früher hieß es mal „Vitamin B“ und es wurden Beziehungen gemeint, die einem Türen für einen Arbeitsplatz oder ein interessantes Geschäft eröffneten. Heute wird eher von Netzwerken gesprochen. Dabei darf „Netzwerken“ nicht zum Sammeln von Visitenkarten und Online-Kontakten in verschiedenen sog. Online-Communities verkommen.
Insbesondere für Gründer und Selbstständige wird in den letzten Jahren immer häufiger auf Netzwerke hingewiesen. Formen der Interaktion und Zusammenarbeit können hier durchaus gefördert werden. Im Laufe der Zeit ergibt sich so eine stattliche Anzahl von Personen, die man “kennt”. Die Qualifizierung dieser Kontakte ist allerdings ein wesentlicher Bestandteil für nachhaltige Beziehungen.
Gerade Frauen schließen sich gern in regionalen Netzwerken zusammen. Dabei genießen sie verstanden zu werden und auf Gleichgesinnte zu stoßen, vergessen aber, dass sie als Geschäftsfrau auch viel mit Männern zusammenarbeiten müssen. So „verkommen“ Frauennetzwerke teilweise zu einem gegenseitigen Austausch von „Wellness-Artikeln“ und Nahrungsergänzungsmitteln verbunden mit Coaching in allen Lebenslagen.
Soziale Netzwerke
Auf Messen, Veranstaltungen, Netzwerktreffen wie z. B. bei der IHK oder in Vereinen ist schnell die Visitenkarte ausgetauscht, ein neuer Kontakte hergestellt. Die Persönlichkeit gekoppelt mit Sympathie ist ausschlaggebend für die Kontaktaufnahme. Im persönlichen Gespräch lassen sich leichter Gemeinsamkeiten und Schnittstellen ermitteln.
Im Internet sieht das schon anders aus. Ob Facebook, Twitter oder Xing. Überall werden Freunde, Followers oder Kontakte aufgebaut. Dabei müssen drei wichtige Punkte beachtet werden.
- Kontakte müssen verifiziert werden – das Internet ist noch geduldiger als Papier. Eine erdachte Biographie ist schnell erstellt. Kontakte müssen also eine gewisse Qualität besitzen. Deshalb ist das Profil eines Kontakts zu verifizieren, wenn möglich auch über eine vorhandene Website und andere Einträge in Google.
- Kontakte müssen gepflegt werden. Das beinhaltet auch, sich mit der Biographie dieses neu gewonnen Kontakts zu beschäftigen entsprechende Kontaktpflege
- Eine hohe Anzahl von Kontakten in den jeweiligen Netzwerken sind für einen potentiellen Kunden im Allgemeinen uninteressant, sondern bewirken eher das Gegenteil.
Die meisten sogenannten social communities haben Foren, in denen ein Meinungsaustausch stattfindet. Hier können Beiträge und Informationen weitergegeben werden, so dass die Professionalität und die Kompetenz eines Unternehmers deutlich wird. Das ist immer noch die beste Empfehlung.
Empfehlungsmarketing
Auf das Motiv kommt es an. Vielfach ist das Motiv für die Teilnehmer eines Netzwerks möglichst schnell irgendwelche Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Ein Kontakt innerhalb eines Netzwerkes allein ist kein Garant einen Auftrag oder wenigstens eine Empfehlung zu bekommen. Insbesondere bei Online-Netzwerken ist die Frage nach dem Ziel sehr wichtig. Das „Sammeln“ von sogenannten Freunden (z. B. Facebook) oder auch Kontakten (Xing) sagt nichts über die Qualität der gelisteten Personen aus. Die gewünschten Aufträge kommen wenn überhaupt eher zufällig zustande. Dennoch konnte ich bei allen realen Treffen immer wieder feststellen, wie schnell sich die Enttäuschung breit machte, wenn sich nach dem 3. oder 4. Treffen noch kein Auftrag abzeichnete.
Zusätzlich muss der schmale Grat zwischen Kontaktpflege und Aufdringlichkeit begangen werden, sonst landet man beim Kontakt schnell im Spamfilter. Insbesondere im Geschäftsbereich füllt sich das Email-Fach schnell mit Newslettern aller Art, die keine Neuigkeiten bringen, sondern einfach lästig sind. Einladungen für dieses und jenes verärgern zusätzlich. Das Schlimme, ist man erst mal im Verteiler seines Kontakts gelandet, hilft es auch nichts den Kontakt wieder zu löschen. Hier ist zusätzlicher Aufwand notwendig diese Newsletter abzubestellen.
Eine besondere Form des Empfehlungsmarketing findet in kleinen Zirkeln statt, die eine überschaubare Gruppe von maximal 40 verschiedener Berufsgruppen aufnehmen. Diese Teilnehmer gehen die Verpflichtung ein, ausschließlich Teilnehmer dieser Gruppe bei Bedarf weiter zu empfehlen. Im Gegensatz zu den anderen Formen von Kontaktaufnahmen, ist dies die teuerste Form des Empfehlungsmarketing und hat ganz unterschiedliche Resonanz.
Umgangsregeln
Wie im richtigen Leben gilt, wer sich im Netz „daneben“ benimmt, fällt entsprechend unangenehm auf. Eine Negativ-Empfehlung kommt so schneller zustande, als einem lieb sein kann.
Wer sich ausführlich informieren möchte, findet in der Karrierebibel eine Reihe nützlicher Tipps.
“Bürodienste in:” ist übrigens ein Verbund. Er bietet die Möglichkeit in Kooperationen von Bürodienstleistern oder gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Manchmal ergibt sich daraus sogar ein neuer Auftrag.
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Liebe Frau Radtke,
ein sehr guter Artikel! Besonders Ihre Aussagen zum Thema “Frauennetzwerke” kann ich nur bestätigen. Ein Abschotten gegen die Männerwelt fördert nicht gerade ein freudiges “Arbeits-Miteinander”.
Viele Grüße,
Andrea Kasten