Dienstleistungen rund ums Büro

Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Honorar für Bürodienstleistungen

31. Januar 2010 verfasst von Astrid Radtke

Aufgrund der vielen Aufrufzahlen meines Blogs zum Keyword Honorar im Zusammenhang mit Bürodienstleistung möchte ich hier ein paar Anmerkungen zur Honorarfindung machen.

Die Berechnung ist individuell

Zunächst einmal stellen sicher viele Bürodienstleister fest, der wirklich notwendige Stundensatz, der von Unternehmensberatern für eine Selbstständigkeit gefordert wird, lässt sich selten erzielen. Dennoch gibt es Mindestanforderungen, die jeder für sich kalkulieren kann.
 

  • Kassensturz für „allgemeine“ Kosten
    Schreiben Sie dazu wirklich ALLE Kosten auf, die Sie haben.
    Das fängt beim alltäglichen Leben wie Miete, Lebensmittel, Benzin, Telefon usw. und hört bei Rücklagen auf.

    Denken Sie daran, was über Ihre monatlichen Festkosten hinaus, alles auch jährlich oder in anderen Abständen anfällt wie diverse Versicherungen, Vereine, Abos etc. Manchmal kommen auch noch “sonstige” Belastungen dazu wie z. B. Kredite.
  • Kosten für die Selbstständigkeit

    Zunächst fallen auch für das Einzelunternehmen Büromaterialien ggf. zusätzliche Ausstattung, Visitenkarten, möglichst eine brauchbare Website, div. Ausgaben für Werbung, Geschäftstreffen, angemessene Kleidung, Weiterbildung etc. an. Auch an Investitionen für die Aktualisierung des Equipments, eines Autos etc. muss gedacht werden.

    Dazu kommt für Selbstständige die Krankenversicherung. Sie ist alters- und geschlechtsabhängig, differiert zwischen PV und GKV. Ein Wechsel von PV zur GKV ist nicht mehr möglich. Ein teilweise interessanter Einstiegstarif der PV gegenüber relativ hoher Kosten bei der GKV, muss deshalb genau im Hinblick auf die persönliche Entwicklung geprüft werden. Dazu kommen Pflegeversicherung und Altersvorsorge. Das sind Summen, die auch bei Auftragseinbrüchen regelmäßig anfallen und dann „atemberaubend“ sein können, vor allem, wenn keine Rücklagen vorhanden sind.

    Zusätzliche Versicherungen wie Rechtsschutz, Berufsunfähigkeit, Berufshaftpflicht, Unfall müssen je nach Bedarf eingerechnet werden.

Alle Beträge werden nun als monatliche Belastung umgerechnet.

Honorarberechnung

Damit haben Sie in eine „Hausnummer“ wie viel Einkommen Sie monatlich benötigen.

Gehen Sie von einer Auslastung von 60-80% aus, denn Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie auch noch viel Zeit für Akquise, eigene Büroarbeit, Weiterbildung, Vorbereitung, Kundengespräche, Angebotserstellung etc. benötigen.

Das heißt bei einer jährlichen Arbeitsleistung nach Abzug von Wochenenden, ca. 20 Urlaubstagen, 10 Feiertagen (im Süden 11) kommen Sie auf 231 Arbeitstage mit 8 Stunden und wären damit bei 1848 – d. h. mit einer Auslastung von 75% bei 1386 Stunden. So stellen meine Teilnehmer insbesondere über die Sommermonate Juli / August und im Winter für die Monate Dezember / Januar immer wieder Auftragseinbrüche fest.

Den Beitrag, den Sie für Ihre anfallenden jährlichen Kosten – privat und geschäftlich – errechnet haben, teilen Sie nun durch die Anzahl der Stunden z. B. 1.386, die Sie tätig sein werden. Daraus errechnen Sie den Stundensatz, den Sie durchschnittlich(!) beim Kunden in Rechnung stellen. Hier ein Excel-Honorarrechner zum Dowonload.

Bitte denken Sie daran, dass ein Einkommen, welches Ihre Kosten teilweise deckt, hier nicht eingerechnet werden darf. Denn was ist, wenn dieses Einkommen durch einen Unglücksfall wegfällt?

Auch dieser Artikel setzt sich mit der falschen Einschätzung der Honorargrundlagen auseinander.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

2 Kommentare zu “Honorar für Bürodienstleistungen”

  1. [...] Die Preisfrage kann erst beantwortet werden, nachdem(!) über die gewünschte Leistung gesprochen wurde. In einem von Ihnen gut ausgearbeiteten Leistungspaket (gewissermaßen ein „persönliches“ Leistungsverzeichnis) liegen Ihnen die Preise für die einzelne Leistungen vor. Erst, wenn Sie wissen, was von Ihnen gefordert wird, können Sie den entsprechenden Stundensatz aus einer Mischkalkulation für ein Angebot zusammenstellen. Die Grundlage für IHR Honorar müssen Sie im Vorfeld entsprechend Ihren Kosten ermitteln. Siehe auch Honorar für Bürodienstleister. [...]

  2. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Allerdings habe ich schon mehrfach gedacht, dass etliche Themen gar nicht so problematisch sein müssten.

    Ein Beispiel: Branchenübergreifend wird gerade bei Selbstständigen beklagt, dass gerade die Akquise das größte Problem sei. Grundsätzlich stimme ich dem zu, nicht jeder ist ein Verkäufer, bestimmte Formen der Akquise sind darüber hinaus nicht jedermanns Sache. Gerade deshalb frage ich mich, warum man vom Umsatz nicht einen gewissen Teil weglegt, um regelmäßig über eine ausgelagerte Akquise Neukunden zu generieren.

    Gleiches gilt für die Organisation, warum nicht auf Shared-Spaces und einen Buchhalter zurückgreifen, wenn es um ein Büro geht oder nach anderen Freelancern suchen? Die heutige Arbeitswelt erlaubt ja eine starke Flexibilität, daher sollte man den “staatlich auferlegten Zwangskosten” mit möglichst wenig Zusatzkosten begegnen.

    Letztlich gilt für Bürodienstleister das Gleiche wie für alle Freelancer. Bei sinkenden Honoraren ist immer mehr Fleixbilität und vor allem Pragmatismus mit einem gehörigen Schuss Kreativität gefragt. Anders lässt es sich – gerade im Office-Bereich – nur schwer überleben.

    Viele Grüße,
    Christoph Ernst (Freelancer seit 1 1/2 Jahren).

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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