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Bürodienstleister schreiben für Bürodienstleister und Unternehmen


Prekäre Existenzen vermeiden

11. November 2009 verfasst von Astrid Radtke

Auch ein Einzelunternehmen im Bereich Bürodienstleistung hat die gleichen Pflichten mit allen Kosten wie andere Unternehmen. Neben Kranken- und Pflegeversicherung muss an die Altersvorsorge gedacht werden, unterschiedliche Versicherungen wie z. B. eine Berufshaftpflicht, Beiträge wie z. B. IHK, Verbände etc. werden fällig. Das Equipment muss den aktuellen Erfordernissen entsprechen und Werbung zur Kundengewinnung ist auch mit Kosten verbunden.
Vielfach ist eine Gründung seit November 2011 nur noch ohne Zuschuss möglich.

Der Gründerzuschuss

Der Gründerzuschuss sollte wirklich für die Überbrückung genommen werden und vor allem für entsprechende Akquise-Instrumente. Denn dieser Gründungszuschuss fällt in absehbarer Zeit weg. Eine Kalkulation darf nicht auf einem „Einkommen“ aus dem Gründungszuschuss aufbauen. Genauso wenig kann das Einkommen des Partners für eine Honorarforderung herangezogen werden, denn dieses Einkommen kann aus den unterschiedlichsten Gründen ausfallen.

Dumpingpreise als Einstieg ein fataler Irrtum

Die Arbeitsagentur gewährt einen Gründungszuschuss, der Partner hat eine Festanstellung. Das verleitet manchmal die Leistung „günstig“ anzubieten. Zu häufig neigen Existenzgründer insbesondere in der Startphase dazu, Dumpingpreise anzubieten. Das ist der Anfang vom Ende, denn selten wird hier auch später das Niveau beim Honorar erreicht, das eine eigene Selbstständigkeit sichert.

Bei einem geringen Einkommen muss ständig gearbeitet werden. Aber der Dienstleister wird entsprechend dem geforderten Honorar behandelt, unabhängig von der Tätigkeit. Das bedeutet bei geringen Honorarforderungen, dass weder der Dienstleister noch seine Tätigkeit richtig ernst genommen werden. Die erbrachte Leistung wird nicht anerkannt, auf beiden Seiten keimt eine unterschwellige Unzufriedenheit auf. Wer sich dagegen interessant macht und dem potentiellen Kunden verdeutlicht, dass die zu erbringende Leistung begehrenswert ist, kann mit einem Gespräch auf Augenhöhe rechnen – mit entsprechender Honorierung!

Die Schnäppchenmentalität

Viele Existenzgründer argumentieren: „Wenn mein Kunde sieht, dass ich gute Arbeit leiste, wird er mich weiterempfehlen.“ Oder: „Wenn der Kunde merkt, dass ich qualitativ hochwertige Arbeit erbringe, wird er später auch mehr zahlen.“ Dieses „Später“ tritt so gut wie nie ein, denn bei einer höheren Honorarforderung schaut sich dieser Kunde eben wieder nach einem neuen „Schnäppchen“ um.

Im Gegenteil es kann sogar passieren, dass der Kunde meint, die Leistung könne sicher noch billiger erbracht werden. Und glauben Sie mir, es wird immer irgendjemanden geben, der eine Leistung noch billiger anbietet.

Wer auf Schnäppchen aus ist, sieht eben nicht die erbrachte Leistung. Eine Weiterempfehlung kommt allenfalls auf dem gleichen Honorarniveau zu Stande, denn die Fachkraft wird nicht aufgrund ihrer Leistung, sondern aufgrund ihrer geringen Honorarforderungen weiter empfohlen.
Neben einer unbefriedigenden Tätigkeit lassen sich so auch keine interessanten Referenzen aufbauen.

Prekäre Existenzen führen ins AUS

Mit einem zu geringen Einkommen kommt der Existenzgründer in eine Spirale mit fatalen Folgen. Es fehlen Zeit und Geld für die notwendige Weiterbildung sowie Entspannungsphasen, notwendige Investitionen können nicht getätigt werden. Das Selbstbewusstsein leidet, Fehler schleichen sich aufgrund von Konzentrationsmangel ein. Die Qualität der Arbeit lässt sich auf Dauer nicht auf dem gewünschten Niveau halten.

Was passiert, wenn das feste Einkommen des Partners wegfällt? Wie weit darf sich die Schraube „nach unten“ drehen?

Letzten Endes stellen die Existenzgründer fest: Die Selbstständigkeit deckt kaum die entstehenden Kosten und geben oft schon innerhalb von zwei Jahren auf.

  • Übrigens:

Das Verb zu Honorar heißt schließlich honorieren und das bedeutet auch ehren und belohnen.

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Astrid Radtke

Über Astrid Radtke:

Astrid Radtke ist die Initiatorin von "Bürodienste in" Baden-Württemberg, Bayern und Rheinlandpfalz. Sinn des Projekts ist es qualifizierte Bürodienstleister zusammenzuführen und Unternehmen die regionale Suche zu erleichtern. Das Blog ergänzt mit Beiträgen die Kompetenz der Bürodienstleister und zeigt die Vielfalt der Leistungen auf.

6 Kommentare zu “Prekäre Existenzen vermeiden”

  1. Ein schönes Zitat zum Thema Preis:

    Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

    Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

    Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas Geld zurück legen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.

    John Ruskin (1819- 1900)

    Viele Grüße
    Gabriele Knapp
    http://www.officeservice-knapp.de

  2. Auch ich kann dem nur zustimmen.

    Was bei der Kalkulation und Planung auch wichtig ist: Man sollte den Aufwand mit der eigenen Firma nicht unterschätzen. Pflege der Website, Akquisetätigkeit, Netzwerken, Weiterbildung…. Das alles kostet viel Zeit. Diesen Aufwand sollte man nicht unterschätzen.

    Wenn Aufträge abgeschlossen oder weggebrochen sind ist es eigentlich zu spät um mit Neukundenakquise zu beginnen. Dies gilt vor allem, wenn nicht genügend Rücklagen vorhanden sind um solche Zeiten zu überstehen. Und diese lassen sich mit Dumpingpreisen nicht erzeugen.

    Viele Grüße aus Oberbayern
    Office & Services
    Gabriele Knapp
    http://www.officeservice-knapp.de

  3. Treysse sagt:

    Ich kann Frau Radtke nur zustimmen. Dumpingpreise führen nur selten zu neuen Aufträgen. Jeder kaufmännisch Denkende wird sich Gedanken darüber machen, warum jemand unterhalb seines „Kostensatzes“ anbietet. Vielfach werden eben gerade wegen der Dumpingpreise keine Aufträge erteilt.
    Der Kunde weiß schon: „wenn ich nur Peanuts gebe, darf ich mich nicht wundern, wenn nur kleine Äffchen zugreifen“.
    Und wer will schon gerne zu den „kleinen Äffchen“ zählen?

    Besten Gruß
    H. Treysse

  4. Ute Böttner sagt:

    Guten Abend,
    sehr guter Artikel, wie ich finde. Da ist alles drin. Ich kann es nur unterstreichen seiner Linie treu zu bleiben. Wer also mit günstigen Preisen starten möchte, nur um überhaupt Aufträge zu generieren, sollte allerdings von dieser Linie abweichen. Ich bin der Ansicht, dass man so kalkulieren sollte, um tatsächlich über kurz oder lang davon leben zu können. Auch wenn es am Anfang sehr schwer fällt: Lieber mal einen Auftrag ablehnen, bevor man sich zu weit drücken läßt. Der potenzielle Kunde hat dann übrigens mehr Respekt vor Ihnen, weil Sie zu sich stehen und wissen, was Ihre Arbeit wert ist. Wenn Sie zu Niedrigpreisen arbeiten, werden Sie gnadenlos ausgenutzt und nicht ernst genommen.
    Viele Grüße
    Ute Böttner

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„Qualität ist der stärkste Feind
jeder Art der Vermassung.
Quantitäten machen einander
den Raum streitig.
Qualitäten ergänzen einander.”

Dietrich Bonhoeffer

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